Hans Peter Murmann verschönert mit Schülern die Wände

Schäfchen dürfen nicht fehlen

Wenn Maler Hans Peter Murmann erklärt, spitzen die Ketteler-Schüler die Ohren. Lehrer Andreas Collin (rechts) freut’s. - Foto: Jens Dörr

KLEIN-ZIMMERN - Er spricht sieben Sprachen fließend, unterrichtet an der Oberstufe Deutsch, Politik, Kunst oder Sport: Hans Peter Murmann, gerade 66 geworden, ist ein Multitalent, das außerdem vom Malen leben. Von Jens Dörr

Auf die Leinwand bringt der Künstler aus Dieburg allerdings fast nur eines: Schafe, Schafe, Schafe. Die „Hammlets“ sind längst legendär und bereits in 300 verschiedenen Zeitungen und Illustrierten erschienen.

Auf einem Flur der Bischof-Ketteler-Schule in Klein-Zimmern sieht das anders aus: Wolken, die in Urlaub fliegen, Fußballspieler - was die Schüler der „Förderschule für Erziehungshilfe und Kranke“ eben so alles umtreibt. Es sind großflächige, friedliche Motive, die da die einst langweiligen Wände schmücken. Nur Murmann selbst brachte ein paar hitzigere Motive ein, Kämpfer-Schafe etwa.

„Es kommt darauf an, dass man etwas macht“, sagt der Maler, der mit den Schülern seit Ende 2011 Motive festgelegt, vorgezeichnet und ausgemalt hat. Bei Raumaufteilung und Farbwahl hat er insgesamt rund 15 Kinder, darunter zwei „Hauptlehrlinge“, unterstützt: bei Raumaufteilung oder Farbwahl zum Beispiel. „Manches, was sie malen wollten, wäre zu speziell gewesen, da haben wir uns dann was anderes überlegt“, so Murmann über die Ideen der Schüler. Viele aber haben ihren Weg an die Wand gefunden.

Die Ketteler-Schule hat sich in der jüngeren Vergangenheit auf verschiedenen Wegen modernisiert, geht nun auch ans Kosmetische.

Im zweiten Stock sind die Wände jetzt ein toller Blickfang - und in Kürze endgültig fertig. Nur 25 Euro mussten die Schüler und der Künstler dafür vermalen - die Acrylfarben haben also kein Loch in die Schatulle der Schule gerissen. Sie übernimmt zudem das Honorar Murmanns, der nicht nur Aspekte rund ums Malen zu vermitteln weiß, sondern mit seiner lockeren und dennoch nicht affektiert antiautoritären Art Zugang zu den Schülern gefunden hat.

Wie die Schüler Murmanns Tipps sichtbar aufmerksam aufsaugen, so freut sich der Dieburger über das, was sie selbst ihm zurückgeben: „Gerade die jüngeren Schüler gehen ganz unbefangen an die Sache ran.“ Das neue „Outfit“ der Wände wurde entsprechend bunt und kreativ - und hat den Wänden einen höheren Wert verschafft, wie Lehrer Andreas Collin meint: So schnell beschmiert wie die nackte weiße Wand dürfte jene im zweiten Stock voraussichtlich nicht werden.

„Wir wollten’s ein bisschen bunter haben“, beschreibt Collin die Grundidee. Mit den sehenswerten Wandgemälden, die der Künstler letztlich natürlich doch mit dem ein oder anderen Schäfchen garniert hat, hat die Ketteler-Schule dieses Ziel weit übertroffen.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare