TV schlägt Alarm

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Die Nutzung der Hallen und Flächen des Turnvereins an der Darmstädter Straße ist gefährdet, wenn keine freiwilligen Leistungen der Gemeinde mehr fließen.

Groß-Zimmern (guf) ‐ „Wir haben mit großer Bestürzung die Ablehnung des Haushaltes der Gemeinde zur Kenntnis genommen“, meldet sich der Vorsitzende des Turnvereins (TV), Michael Coors, mit einer Pressemitteilung zu Wort, die zeitgleich auch an den Gemeindevorstand und an die Fraktionen ging.

Da die haushaltslose Zeit dazu führt, dass freiwillige Leistungen der Gemeinde nicht mehr gezahlt werden, sei der Verein direkt betroffen. Es müsse damit gerechnet werden, dass der Haushalt erst nach den Kommunalwahlen beschlossen wird und es eventuell auch dann noch Monate braucht, bis die kommunalen Gremien ihre Zustimmung geben. „Abgesehen davon, dass der politische Wille dann auch vorhanden sein muss, die Leistungen fortzuführen“, so Coors. Damit wäre für den TV kein vernünftiges Planen für 2011 möglich.

Der TV mit seinen vereinseigenen Hallen und den genutzten Geländen bietet für die Einwohner von Groß-Zimmern die Möglichkeit, Sport- und Freizeitaktivitäten auszuüben, die ohne diese Infrastruktur undenkbar wäre.

„Sofort Maßnahmen bei Kosten diskutieren“

Die Auslastung der vereinseigenen Hallen beträgt in den Kernzeiten 95 Prozent. „Bei uns sind circa 1000 Kinder und 1200 Erwachsene Mitglied“, rechnet der Vorsitzende vor und erinnert an die Weihnachtsfeier, an der über 800 Gäste und Mitwirkende anwesend waren. Daran lasse sich der Stellenwert der TV im gesellschaftlichen und kulturellen Leben der Gemeinde ablesen.

„Wir haben es in den letzten Jahren geschafft, den Verein auf solide finanzielle Fundamente zu stellen, das bereits Geschaffene zu sichern, und dies ohne die Mitgliedsbeiträge seit acht Jahren zu erhöhen.“

Nachdem alle anderen Leistungen gestrichen wurden, erhielt der TV noch eine Förderung für die Jugendarbeit sowie einen Zuschuss für die Betriebskosten der Vereinshallen, die einen Großteil der laufenden Kosten ausmachen. Das Fehlen dieser Leistungen habe zur Folge, dass die Investitionen in die Infrastruktur - wie etwa die Sanierung des Daches der Georgi-Reitzel-Halle - komplett gestoppt werden müssten. „Außerdem müssen wir sofort drastische Maßnahmen bei den laufenden Kosten diskutieren, da dies die einzige Möglichkeit ist, wirkungsvoll die Ausgaben zu steuern“, so Coors.

Beitragserhöhung im März unumgänglich

Um Heizung und Strom zu sparen, müsste man eventuell die Hallentemperaturen auf ein Minimum senken oder die Trainingsmöglichkeiten in den Abendstunden reduzieren. Davon wären Kinder- und Seniorengruppen mit den sozialen Kontakten am meisten betroffen. Außerdem wäre so wohl eine Beitragserhöhung bei der Mitgliederversammlung im März unumgänglich. „Dies alles, weil die gewählten Gemeindevertreter 3,5 Monate vor der Kommunalwahl ihre Arbeit einstellen und nun keinen politischen Kompromiss mehr anstreben, um jeweils für sich einen vermeintlichen politischen Vorteil zu verbuchen. Und wenn es nicht ganz funktioniert, wird auf den Anderen gedeutet. Der Andere ist daran schuld. Dies ist für mich nicht akzeptabel“, meint Coors und appelliert: „Ich fordere Sie alle auf, sich der politischen Verantwortung nicht zu entziehen, die sie als gewählte Gemeindevertreter für eine ganze Legislaturperiode übernommen haben. Beschließen Sie einen Haushalt, der für alle sicherlich den einen oder anderen Kompromiss notwendig macht, uns aber ein Weiterarbeiten ermöglicht.“

Sollte dies nicht geschehen, werde er den Vereinsmitgliedern die Gründe für die schwierige Lage mitteilen, schreibt Coors und betont: „Deswegen bitten wir Sie kurzfristig um eine schriftliche Stellungnahme mit ihrem Standpunkt und eventuell geplanten Schritten.“

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