Ideale Kinderstube für den Nachwuchs von Solitärbienen und andere Insekten

Schneller Wohnungsbau

Waldschulaktion: Mit recht einfachen Mitteln kann Insekten geholfen werden.   J Foto: Friedrich

Groß-Zimmern - Aktive Arbeit im Umweltschutz muss nicht immer mit großem Aufwand oder hohen Spenden verbunden sein.

Vor der Waldschule machten sich am Samstag ein Dutzend Helfer daran, neue Nachbarn anzulocken, um so einen wichtigen Beitrag für das ökologische Gleichgewicht zu leisten.

Mit Säge und Bohrern wurden aus einfachen Brettern im Nu ganze Hotelketten für Insekten gebaut. Die fertigen Behausungen finden auch im kleinsten Garten Platz, und bieten insbesondere für den Nachwuchs von Solitärbienen (nicht Staaten bildende Tiere) eine ideale Kinderstube. „In modernen, super isolierten Häusern und akkuraten Gärten haben Insekten gar keine Chance“, sagte Lothar Jacob, Vorsitzender der Nabu-Gruppe und Mitveranstalter des pragmatischen Umwelttags.

Nicht nur die Honigbiene ist akut bedroht, sondern viele Insekten, denen die Lebensbedingungen genommen werden. Insekten fehlen dann auch in der Nahrungskette – Fledermäuse, Vögel und andere Tiere ziehen angesichts kargen Speisezettels weiter. Außerdem bleibt ein wichtiger Job unerledigt: Das Bestäuben der Blüten.

Wild- und Honigbienen sind im Ziergarten wichtig und in der Landwirtschaft unersetzlich. Sie sichern mit ihrer Bestäubungsarbeit das Überleben von 80 Prozent der heimischen Nutz- und Wildpflanzen. Etwa ein Drittel unserer Lebensmittel hängen unmittelbar von der Leistung des emsigen Insekts ab.

Mit ihrem umweltpädagogischen Angebot für Kinder und Erwachsene leistet die Waldschule nicht nur Aufklärungsarbeit, sondern motiviert, mit kleinen Mitteln anzupacken. Dass dies obendrein noch viel Freude bereitet zeigte sich, als junge Handwerker ihre Eltern beim Nistwandbau gar nicht zum Zuge kommen ließen.

An trockenen Standorten im Garten werden die fertigen Behausungen nun aufgehängt. „Solitärbienen haben kaum Agressionsverhalten“, sagte Jacob. Zudem sind sie bescheiden: Sogar ein Ikea-Regal im Carport des Umweltschützters wurde zur Kinderstube.

„Naturschutz ist manchmal ganz einfach“, sagte Umweltpädagogin Claudia Wiedling, die Familien gerne einlädt, mitzuhelfen. So wurde auch die Insektennistwand auf dem Naturerlebnisgelände gegenüber der Waldschule instand gesetzt. In den vergangenen Jahren entstanden außerdem Hirschkäferwiegen, Kräuterspirale, Weidentunnel und mehr. J ula

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