Schön wie Zena vom Heerbusch

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Mehrmals werden die Tiere um den Platz geführt. Der Preisrichter schaut sich Gang und Verhalten jedes einzelnen ganz genau an.

Groß-Zimmern ‐ Großer Lärm herrscht auf dem Hundeplatz neben den Anglerteichen. Der Krach kommt allerdings weniger von den zahlreichen Schäferhunden, die hier versammelt sind, sondern eher von ihren Besitzern. Von Ulrike Bernauer

„Hanni, hanni“, ruft eine Frau immer wieder, während sie den Platz umkreist. Lui-, Dana- und Nike-Rufe, sowie schrille Pfiffe der Trillerpfeife mischen sich dazwischen.

Während die Hunde in einer langen Reihe von Führern im Kreis um den Preisrichter herumgeführt werden, laufen ihre Besitzer außerhalb des abgesperrten Bereiches vorneweg und versuchen lautstark die Aufmerksamkeit ihres Hundes zu erregen. „Ein aufmerksamer Hund stellt sich anders dar, er hat eine bessere Körperhaltung und darauf kommt es an“, erklärt ein Hundebesitzer das für den Laien auf den ersten Blick befremdliche Verhalten. Zur internationalen Schäferhunde-Zuchtschau sind am Sonntag viele Züchter mit ihren Hunden nach Groß-Zimmern gekommen.

Extra aus Malaysia und Japan angereist

Nicht nur aus Deutschland sind die Tierliebhaber angereist, sondern auch aus Malaysia, Japan, den Niederlanden oder Italien. Morten Lyagar ist mit zwei Hunden aus Dänemark gekommen. Den Junghund Rüden Lyager’s Castro und die Gebrauchshündin Lyager’s Xinnie hat er mitgebracht. „Der Preisrichter Norbert Mai hat einen sehr guten Ruf“, begründet der dänische Züchter seine weite Reise. Er will die beiden Vierbeiner im Herbst bei der Siegerhauptzuchtschau in Nürnberg ausstellen. Die Vorraussetzung dafür ist, dass die Tiere in anderen Schauen schon mehrfach mit sehr guten Noten abgeschnitten haben.

Wenn ein Hund bei Schauen gut bewertet wurde, wirkt sich das auch auf den Preis aus, den der Züchter für das Tier nehmen kann. Nicht nur Preisrichter Mai hat einen guten Ruf, auch die Zuchtschau in Groß-Zimmern genießt großes Ansehen. So lässt es sich erklären, dass 93 Schäferhunde angemeldet wurden. In Jugend, Junghunde und Gebrauchshunde wird unterteilt und in den drei Altersklassen noch einmal in Hündinnen und Rüden.

Ein genauer Blick auf das Gebiss gehört dazu

Erst einmal schaut sich der Preisrichter den Hund genau an. Dabei wird er gemessen und ein genauer Blick auf das Gebiss gehört dazu. Auch der Bewegungsablauf des Hundes wird beobachtet. „Wir bewerten nicht, ob ein Hund schön aussieht, er muss für die Zucht gesund und ausdauernd sein, einen guten Körperbau und ein gutes Gangwerk haben“, erklärt Mai. Der Preisrichter züchtet selbst und ist so auch zu seinem ehrenamtlichen Job gekommen. Drei Jahre hat seine Ausbildung gedauert. „Ich mache das, weil ich sehr gerne Schäferhunde sehe“, erzählt Mai die Einstellung zu der ehrenamtlichen Tätigkeit.

Genau ausgerichtet wird der Hund vor den strengen Augen des Preisrichters.

Unterstützung erhält er in Zimmern von Jörg Schmidt, dem Vorsitzenden der Ortsgruppe Nieder-Roden. Schmidt schaut den Hunden genau ins Maul und prüft die Tätowierung, beziehungsweise den Chip, der seit neuestem jeden Hund kennzeichnet. Schmidt hat zwei ältere Rüden. Er stellt keine Hunde auf Zuchtschauen aus. „Ich besuche mit ihnen eine Schau und dann die Körung, welche Plätze meine Hunde belegen, interessiert mich nicht“, sagt der Nieder-Röder Züchter.

Auch die Zimmerner Züchter stellen diesmal keine Hunde aus. Sie haben einfach viel zuviel zu tun mit der Ausrichtung der Schau und der Verpflegung der vielen auswärtigen Teilnehmer.

Die Anmeldezahlen sind rückläufig

Die Vorsitzende Helga Sachs hat selber zwei Hunde, züchtet allerdings nicht mehr. Ihre Tiere stellen die Zimmerner dann bei anderen Schauen in der näheren oder weiteren Umgebung aus. „Rückläufig sind die Züchter und damit auch die Anmeldezahlen bei Zuchtschauen“, sagt Sachs und freut sich, dass in Groß-Zimmern dieser Trend bisher nicht zutrifft.

Der junge Schäferhund, Gesmo, ist ganz besonders aufgeregt, obwohl er noch gar nicht bewertet wird. Er ist mit fünf Monaten noch zu jung. Besitzerin Vanessa Gärtner hat noch zwei Hunde in der Schau und Gesmo durfte mit, um sich schon einmal an die aufregende Atmosphäre zu gewöhnen und es später vielleicht mal den Siegern gleich zu tun.

Die heißen in der Gebrauchshundeklasse bei den Rüden „Bill von der Fürstenau“, Besitzer Wayne Fields aus den USA, bei den Hündinnen „Chayenne vom Karthäuser Löwentor“, Besitzer Reiner Gunst aus Neustadt. Bei den Junghunden schnitten am besten ab „Elliott von Haus Pfalzerheide“, Besitzer Gunter Schwedes aus Dietzhölztal und „Zena vom Heerbusch, Besitzer Andreas Aschke aus Frechen. Die besten der Jugendklassse waren „Esko aus dem Haus Zygadto“, Besitzer Peter Meurer aus Wiesloch und „Nika vom Pendler“, Besitzer Werner Kötters aus Niederkirchen.

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