Die schönsten Bäuche formt der Zimmerner TV

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Beim „Bodyforming“-Kurs zeigt Trainerin Sonja Roskosch (blaues Polo-Shirt) Übungen, die die innere oder äußere Bauchmuskulatur trainieren.

Groß-Zimmern ‐ Schade: Nur einmal Training pro Woche ist zu wenig – der Weg vom Waschbär- zum Waschbrettbauch ist härter. Das sagt jedenfalls Sonja Roskosch, die es wissen muss: Die Diplom-Sportlehrerin war früher eine gute 400-Meter-Läuferin und macht Menschen von Berufswegen fit. Manchmal nimmt sie sich dabei erbarmungslos eine einzige Muskelgruppe vor: Roskosch formt die schönsten Bäuche Groß-Zimmerns. Von Jens Dörr

Eine schweißtreibende Angelegenheit ist es in der Sporthalle der Zimmerner Albert-Schweitzer-Schule, wenn Roskosch die Körpermitte ihrer Kursteilnehmer trimmt. „Bodyforming“ heißt die Veranstaltung, in der vordere und seitliche Bauchmuskeln trainiert werden. Gut 40 Teilnehmer kommen manchmal zu den Übungseinheiten am Mittwochabend, mehr als 20 sind immer da. Nach Qual sieht es trotz des Ächzens und Stöhnens aber nicht aus, denn es wird viel gelacht.

Obwohl Roskosch nach einer spielerischen Aufwärmphase in die Vollen geht und eine Art Parcours errichtet, bei dem an jeder Station wenige Minuten Vollgas gegeben wird. Klassische Sit-Ups gehören ebenso dazu wie Übungen, bei denen auf dem Bauch liegend dem Gegenüber ein Medizinball zugerollt werden muss.

Unterschiedliche Zielsetzungen verfolgen die Teilnehmer, weiß Roskosch:

Männer wollen das Sixpack, Frauen den flachen Bauch

Bei Männern steht das Sixpack im Vordergrund, bei den Frauen der flache Bauch.“ Schaut man in die Runde, haben sich manche auch dank der Übungsleiterin mit den strahlend blauen Augen einer Top-Figur bereits angenähert. Wobei gerade der eine oder andere Mann noch nicht ganz dem Waschbär-Stadium entschlüpft ist.

Das finde ich aber ganz toll, wenn hier auch weniger sportliche Leute herkommen und sich in die Sache reinbeißen“, sagt Roskosch. Daneben finden sich auch zahlreiche Leichtathleten, Badminton-Spieler und Turnerinnen, die an ihrem Bauch arbeiten wollen. Meist üben sie beim TV Groß-Zimmern, der den „Bodyforming“-Kurs anbietet, schon eine andere Sportart aus. „Bauchmuskeltraining macht immer Sinn, nicht nur wegen dem Bauch selbst“, sagt die Trainerin. Wichtig sei es etwa, um Rückenprobleme zu vermeiden. In der Mitte muss es stimmen, um den gesamten Körper straff zu halten. Nur wer einen Bandscheibenvorfall hatte, kann am Kurs nicht teilnehmen, sagt Roskosch. Ihre Truppe zeigt derweil Disziplin, wärmt sich auch ohne die Anweisungen des Coachs auf, zeigt, dass sie will. Bereits beim Stehen, Gehen und Traben sieht Sonja Roskosch, bei wem die Bauchmuskulatur bereits besser trainiert ist und bei wem nicht. „Das erkennt man schon an der Haltung.“ Der gesundheitliche Aspekt ist ihr wichtig – in Groß-Zimmern geht es nicht „nur“ um die dicken Muckis. „Mit den Bauchübungen trainieren wir auch die tiefer im Körper liegenden Muskeln, die man gar nicht sieht“, erklärt sie. Das werde manchmal vernachlässigt, weil das Trainingsergebnis nicht gleich sichtbar sei.

Zwei bis drei Trainingseinheiten die Woche

Von heute auf morgen kann allerdings selbst die Fachfrau fürs Sportliche aus Waschbären keine Waschbretter machen. Zwei bis drei Einheiten pro Woche sind das Minimum, um sich dem Wunschbauch anzunähern. Zusätzliche Übungen daheim oder im Fitnessstudio beziehungsweise in anderen Kursangeboten sind also ein Muss. Die Verbesserung der eigenen Fitness sei immer ein schrittweiser Prozess und gehe über einen längeren Zeitraum. In ihren Kursen verhielten sich die Männer disziplinierter als die Frauen, meint Roskosch und lacht verschmitzt.

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