Schon im Krabbelalter Flitzefloh

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Die neue Rutschbahn im Garten des Tagesmütterhauses ist der Renner.

Groß-Zimmern (bea) ‐ Emily strahlt. Die Zweijährige steht hoch oben im Kletterhaus und blickt auf die Rutschbahn. Als sie dann unten ankommt, verzieht sie das Gesicht. Ungewohnt hart war die Landung ohne Windel. Nach kurzem Trost durch Mama Regina Burger erklimmt Emily gleich wieder das Spielhaus, bereit für eine weitere Rutschpartie.

Emily ist ausnahmsweise auch am Samstag auf dem Gelände des Flitzefloh. Das Tagesmütterhaus feiert Sommerfest und Tag der offenen Tür. Gekommen sind nicht nur neugierige Interessenten, sondern auch die kleinen „Flitzeflöhe“ samt ihren Eltern.

Emily wird seit März von Christiane Götze und Konny Kecke betreut. „Ich wollte nach den zwei Jahren Elternzeit wieder in den Beruf einsteigen“, erklärt ihre Mutter. Das zweijährige Mädchen soll im Flitzefloh bleiben bis es drei Jahre alt ist, und anschließend entweder in den katholischen oder den evangelischen Kindergarten wechseln, die liegen dem Wohnort der Familie am nächsten.

Die Tagesmütter betreuen derzeit ausschließlich Kinder unter drei Jahren.

Über das Programm des Flitzefloh kann man sich genauer informieren unter 06071/738889 oder auf der Internetseite des Tagesmutterhauses.

Für die Jüngeren erhalten wir über das Bambiniprogramm Fördermittel“, erklärt Tagesmutter Götze. „So können wir auch den Elternbeitrag günstiger halten.“

Die Nachfrage nach Plätzen ist auch so groß genug, für die unter Zweijährigen bietet der Flitzefloh die einzige Betreuungsmöglichkeit in einer Einrichtung in Groß-Zimmern.

Benjamin ist jetzt fast zwei Jahre alt und geht schon fast ein Jahr zum Flitzefloh. „Wir sind sehr glücklich mit dieser Betreuungsmöglichkeit“, sagt Vater Daniel Gaida. Er selber ist wegen seines Berufes oft unterwegs und seine Frau arbeitet zu Hause. Immer dienstags und mittwochs kommt Benjamin in die Lebrechtstraße und er fühlt sich in der Gruppe mit den anderen Kinder sehr wohl. Wenn jetzt nach den Sommerferien die Älteren in den Kindergarten wechseln, wird Benjamin trotz seines zarten Alters zu den den Erfahrenen im Flitzefloh gehören.

Mit drei Jahren geht es in den Kindergarten

Montags bis donnerstags ist das Tagesmütterhaus von 8 bis 16 Uhr geöffnet, am Freitag können die kleinen Flitzeflöhe von 8 bis 14 Uhr bleiben. Bastel- und Schulfrühförderungskurse gibt es ab und zu am Freitagnachmittag und an verschiedenen Abenden halten Fachdozenten Vorträge für interessierte Eltern zu verschiedenen Erziehungsthemen.

Zehn Kinder dürfen die beiden Tagesmütter zusammen betreuen, nach den Sommerferien wird das auch wieder der Fall sein. Da jedoch viele der Kleinen nicht die ganze Woche den ganzen Tag im Tagesmütterhaus verbringen, können insgesamt 20 Kinder die Betreuung von Götze und Kecke nutzen.

Die Älteren werden Götze und Kecke erst mal vermissen, sie gewöhnen sich im Laufe der Zeit an „ihre“ Kinder. „Es ist jedoch gut, wenn die Kinder mit drei Jahren in den Kindergarten wechseln“, sagt Götze. „Sie brauchen dann ein größeres Umfeld und weitere Anregungen, die ihnen der Kindergarten besser geben kann.“

Vor kurzem haben die Tagesmütter mit den Älteren den Kindergarten Nordring besucht, mit dem sie eine Kooperation haben. „Da konnten sich die Kleinen schon mal umschauen und die Erzieherinnen kennenlernen“, sagt Kecke.

„Traurig, dass Flitzefloh nicht von Kommune oder Kreis unterstützt wird“

Diana Wolf ist mit ihrer Tochter Dilara heute zum Schnuppertermin gekommen. Die 39-Jährige will wieder in den Beruf einsteigen und ist fest entschlossen, ihre 13 Monate alte Tochter anzumelden. Enttäuscht ist sie, dass von der Gemeinde für dieses Alter nichts angeboten wird. „Ich finde es traurig, dass der Flitzefloh nicht finanziell von der Kommune oder dem Kreis unterstützt wird“, stellt sie fest. Für einzelne Tage will sie Dilara erst mal anmelden. „Nach dreizehn Monaten, die wir immer zusammen waren, fällt es auch mir nicht leicht, sie wegzugeben“, sagt Wolf. „Auch wenn mir der Flitzefloh sehr gut gefällt.“

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