Heimische Flora fördern

Groß-Zimmern will Schottergärten generell untersagen

Schottergärten wie in diesem Groß-Zimmerner Neubauquartier sollen im gesamten Gemeindegebiet künftig untersagt werden.
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Schottergärten wie in diesem Groß-Zimmerner Neubauquartier sollen im gesamten Gemeindegebiet künftig untersagt werden.

Parlament bringt modifizierten Grünen-Antrag zur Förderung heimischer Flora auf den Weg.

Groß-Zimmern – Die Grünen wollen – ganz ihrem Namen entsprechend – mehr Grün statt Schottergärten in den Ort bringen und die heimische Flora fördern. Ihr Antrag (wir berichteten) stieß in der jüngsten Sitzung der Gemeindevertretung zwar nicht auf die erhoffte Gegenliebe, doch fand ein inhaltlich ähnlich gestrickter Änderungsantrag der Sozialdemokraten eine große Akzeptanz und wurde durchgewunken.

Die auf Baugrundstücken verbleibenden Freiflächen „sind zu begrünen oder zu bepflanzen und im Bestand zu unterhalten“, beantragten die Grünen, und in solchen nicht überbauten Flächen sei „die flächenhafte Verwendung von Schotter, Splitt, Kies und sonstigen Steinen unzulässig“ – ausgenommen artenreiche Steingärten. Mindestens 25 Prozent dieser Freiflächen seien mit standortgerechten und einheimischen Bäumen und Sträuchern zu bepflanzen oder als Blühwiese auszubilden.

Alles hinfällig, befanden die Sozialdemokraten, die auf die hessische Bauordnung verwiesen. Die Genossen brachten im Änderungsantrag acht Punkte ein, die das Plenum nach kurzer Diskussion passierten, denn der Antrag war bereits Gegenstand im Bauausschuss sowie im neuen Klimaausschuss beraten worden.

Wichtigster und erster Punkt: „Bei der Erstellung neuer Bebauungspläne ist das Anlegen großflächiger Schottergärten generell zu untersagen.“ Zweitens möge die Verwaltung prüfen in welcher Form es möglich ist, in bestehenden Bebauungsplänen sowie in Ortslagen ohne gültige Pläne die Anlage weiterer Schottergärten zu untersagen. Dabei solle auf geringst-möglichen bürokratischen Aufwand sowie hohe Rechtssicherheit geachtet werden.

Festschreiben ließen die Genossen, dass das Anlegen von Schottergärten auf öffentlichen Flächen verboten ist. Und die Motivation zum Rückbau privater Kieszierde solle „über die Schaffung von städtischen Anreizen“ gefördert werden, heißt es in Punkt vier.

Prüfen solle die Verwaltung, ob man eine „insektenfreundliche Gestaltung öffentliche Grünflächen“ begleitet und die Bürger berät, wie sie sich ähnlich in ihren Gärten verhalten können. Zudem solle man jährlich über die rechtliche Situation zur Verwendung von Unkrautvernichtern informieren. Schließlich solle Groß-Zimmern den Erhalt von Grün- und Wasserflächen anstreben, regionale Grünzüge weiter ausbauen und dabei die Schaffung von Grünverbindungen bei allen weitere Planungen berücksichtigen. (Von Thomas Meier)

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