Schreckensnachrichten verlieren an Bedeutung

Groß-Zimmern - Liebe Leserinnen und Leser, in diesem Jahr hatte uns der Winter richtig fest im Griff. Er schien nicht enden zu wollen. Viele Menschen äußerten ihren Unwillen darüber, wie: „Langsam reicht's“, oder „Wenn der Winter nicht aufhört, dann werde ich noch depressiv!“ Die Stimmung gegenüber dem Winter, der anfangs begeistert empfangen wurde, wechselte in massives Unbehagen.

Hinzu kamen auch immer neue Hiobsbotschaften aus der Wirtschaft. Die Finanzkrise greift mehr und mehr um sich und wahrscheinlich ist der Tiefpunkt noch lange nicht erreicht.

Das alles sind Nachrichten, die zwar versteckt, aber dennoch mit dem Sterben zu tun haben. Mit dem Sterben, dem Absterben der Natur und dem der Sozialen Marktwirtschaft. Beides macht uns Angst, führt zu Unwohlsein, Auflehnung und Wut. Warum jetzt? Warum bei mir?

Ganz ähnlich ist es für viele von uns, wenn sie mit dem Sterben konfrontiert werden. Wer denkt schon gerne über den Tod nach?

Jesus Christus sagte einmal kurz vor seinem Tod zu seinen Jüngern: „In der Welt, da habt ihr Angst, aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden!“

Seine Freunde, seine Jünger konnten damals diese Worte nur teilweise verstehen und richtig deuten. Bald darauf kam auch zu ihnen die große Angst. Als Jesus verhaftet wurde griff einer zum Schwert, Petrus distanzierte sich und verleugnete seinen Meister, nach der Kreuzigung versteckten sie sich alle. Die Katastrophe war hereingebrochen. Alles schien umsonst gewesen zu sein!

Und dann! Schon nach wenigen Tagen war alles anders. Die gerade noch tief verzweifelten, hoffnungslosen, kraftlosen, ohnmächtigen Jünger waren nicht wieder zu erkennen.

Ein Ereignis hatte sie gänzlich verwandelt und mutige Zeugen aus ihnen gemacht. Jesus, der am Karfreitag sichtbar gestorben und noch schnell vor dem großen Fest beerdigt worden war, war ihnen begegnet. Das nicht Vorstellbare war geschehen. Nach seinem Tod begegnete der Auferstandene seinen Freunden und Jüngern immer wieder. Jesus hatte den irdischen Tod besiegt und damit allen, die ihm vertrauen, neue Kraft, neuen Mut und neue Hoffnung gegeben. Die Auferstehung Jesu ist die am vielfältigsten überlieferte Erfahrung aus der Bibel. Erinnern wir uns an die Szene mit dem ungläubigen Thomas, der seine Finger in Jesu Wundmale legen durfte, oder an die Frauen die mit Jesus vor seinem Grab sprachen und dachten, er sei ein Gärtner.

Wir Christen glauben nicht nur an Jesu Auferstehung von den Toten, sondern wir glauben auch daran, dass Jesus heute noch für uns erreichbar ist, dass wir mit ihm reden können, dass er Interesse an unserem Leben hat und uns mitnehmen will in die Überwindung des Todes. Er schenkt allen, die ihm Vertrauen, den Sieg über den eigenen Tod. Deshalb verlieren für uns Christen all die vielen Schreckensnachrichten an Bedeutung. Letztlich wissen wir uns geborgen in seinen guten Händen. Getrost wie Dietrich Bonhoeffer vertrauen wir und sprechen uns immer wieder zu: „Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost, was kommen mag, Gott ist bei uns am Abend und am Morgen und ganz gewiss an jedem neuen Tag!“

Liebe Zimmner, ich wünsche Ihnen und Ihren Familien von Herzen ein gesegnetes Osterfest und das tiefe Vertrauen in unseren auferstandenen Herrn Jesus Christus und grüße Sie ganz herzlich auch im Namen meiner Kollegen Pfarrer Michael Merbitz-Zahradnik und Pfarrer Christian Rauch.

Frohe Ostern!

Ihr Pfarrer Michael Fornoff

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