Kooperationsvertrag zwischen Handwerkskammer und Albert-Schweitzer-Schule

Schüler lernen Berufe kennen

Gesamtschule und Handwerkskammer arbeiten eng zusammen. J Fotos (2): Bernauer

Groß-Zimmern - Ein Kooperationsvertrag zwischen Albert-Schweitzer-Schule (ASS) und Handwerkskammer wurde am Freitag in der ASS unterschrieben.

„Wir werden ein Jahr lang den Schülern das Handwerk näherbringen und Hilfestellung bei der Berufswahl geben“, erklärte Klaus Nennhuber, Vizepräsident der Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main und Bäckermeister in Zimmern. Der Vertrag kann bei beiderseitigem Interesse auch verlängert werden.

Die ersten Schüler hatten am Tag der Unterzeichnung einen Vorteil von der Kooperation. Die Realschulklasse R9b durfte Nennhuber und Freddy Dorr, dem Koordinator zwischen Schule und Handwerk, Fragen stellen. „Wie ist der Ruf des Handwerks?“, wollte ein Schüler wissen. „Sehr gut“, antwortete Nennhuber.

Interesse hatten die Schüler auch an ganz anderen Fragen, welche Chancen man beispielsweise mit einer abgeschlossenen Lehre im Ausland habe. Die bezeichnete Nennhuber als noch besser, weil das duale Ausbildungssystem, also die Lehre in Betrieb mit Besuch einer Berufsschule, einen Standard setze, der kaum in einem anderen Land erreicht werde.

Auch die Zukunftsfähigkeit der Handwerksberufe schätzt Nennhuber als sehr gut ein: Es gebe kaum aussterbende Berufe, sondern die Berufe wandelten sich. So müssten sich Kraftfahrzeugmechatroniker auf Elektroautos einstellen, Dachdecker hingegen Solaranlagen mit ins Kalkül ziehen. Auch die Chancen von Mädchen in Männerberufen sieht der Vizepräsident als sehr gut an. „Da, wo Mädchen einen solchen Beruf ergreifen, sind sie mit Leidenschaft bei der Sache. Und sie sind dann auch meist unter den Innungsbesten.“

Zu einem Schulabschluss riet Nennhuber unbedingt, auch wenn die Chancen, einen Ausbildungsplatz zu ergattern, aktuell so gut wie schon lange nicht mehr seien. Schließlich könnten im Kammerbezirk zehn Prozent aller Ausbildungsplätze nicht besetzt werden. „Erstens ist es zuletzt doch nicht so einfach, eine Lehrstelle zu finden und zweitens, muss man das, was man in der Schule nicht gelernt hat, später nachholen.“

Ein Angebot, verschiedene Berufe näher kennen zu lernen, kam von Dorr. „Ihr könnt zwei Wochen im Berufsbildungszentrum in Weiterstadt verbringen und dort in 14 Tagen in bis zu fünf Berufe hineinschnuppern.“

Schulleiter Helmut Buch freute sich über die Kooperation mit der Handwerkskammer, hatte aber auch für die Schüler einen Auftrag:„Ihr müsst die Kooperation mit Leben füllen. Eure Initiative ist gefragt und ihr müsst sehen, bei was euch die Handwerkskammer helfen kann.“

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