Präventionstage zum Kennenlernen von Süchten.

Schüler sind durch Brille voll im Rausch

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„Voll“ berauscht: Die Simulationsbrillen auf den Schülernasen sind ein Geschenk der Verkehrswacht Dieburg. Zugleich sind sie ein wichtiges Hilfsmittel im Präventionsprogramm der Albert-Schweitzer-Schule, um die Jugendlichen gegen das Suchtverhalten zu wappnen.

Groß-Zimmern (ula) ‐ Die 133 Schüler des Jahrgangs sieben sind voll im Rausch. Möglich machen die Trunkenheits-Erlebnisse spezielle Simulationbrillen, die während der Präventionswochen an der Albert-Schweitzer-Schule zum Einsatz kommen.

Mit simulierten 1,5 Promille schwanken Schüler im Praxisteil des einwöchigen Unterrichts über den Geschicklichkeitsparcours, wie unter dem Einfluss von Drogen.

Belustigung, Befremdung, Angst spiegeln sich auf den Schülerminen wieder. Die meisten Kinder sind nie zuvor mit Alkohol und anderen bewusstseinsverändernden Drogen in Berührung gekommen.

Die Präventionswochen wurden vor fünf Jahren von der Lehrkraft Sabine Bühler installiert und gehören bis heute zum Unterrichtsprogramm in den siebten Klassen.

„Uns geht es darum, dass jeder eine Idee bekommt, was abhängig macht“, so die Pädagogin. Das betreffe einiges mehr als Alkohol, illegale Drogen und Zigaretten. Auch Computer, Handys, Fernsehen oder Süßigkeiten können zu Suchtverhalten führen. In Rollenspielen, theoretischem Unterricht, aber auch beim Aktionstag mit den Rauschbrillen wird das Thema vertieft. Wegen der vorbildlichen Arbeit werden die jährlich stattfindenden Präventionswochen nun von der Verkehrswacht Dieburg unterstützt. „Diese Schule arbeitet toll mit den Kindern, daher wollen wir sie unterstützen“, sagte Roswitha Held-Knodt, die mit ihrem Kollegen Wolfgang Thomas zu Besuch kam.

Vier Rauschbrillen im Wert von 350 Euro spendete die Verkehrswacht der Schule. Üblicherweise werden die Hilfsmittel verliehen. Wegen des guten Engagements wurde die Gesamtschule jedoch besonders gefördert, „um weiter zu motivieren“, so Held-Knodt. Das Aktionsprogramm gegen Sucht und Suchtmittelmissbrauch ist in der Gemeinde allerdings nicht nur Schulsache. Auch die kommunale Kinder- und Jugendförderung bringt sich ins Programm ein.

Acht Schülergruppen wurden in diesem speziellen Unterricht noch bis Ende der Woche aufgeklärt und stark gemacht. Stark gemacht, um „Nein“ sagen zu können, auch wenn in der Clique das Zigarettenpäckchen herumgereicht wird.

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