Abgängerklassen verabschiedeten sich bei Feier mit kreativen Beiträgen

„Schule ist aus“ für 129 ASS-Schüler

Groß-Zimmern (bea) ‐ Melina hatte viel zu sagen auf der Bühne der Albert-Schweitzer-Schule (ASS). Und das durchaus zur Freude des Publikums. Melina ist ein Panamaschaf und wurde nicht als Geschenk an Lehrerin Susanne Schäfer überreicht, was die wohl zeitweise befürchtete. Das geschwätzige Schaf überbrachte das Geschenk für die Klassenlehrerin. Von Ulrike Bernauer

Zwischen übersprudelnder Freude und Bedauern lagen die Gefühle der Schulabgänger der ASS. Sechs Klassen mit insgesamt 129 Schülern verabschiedeten sich am Freitagabend mit einer großen Feier von der Zimmerner Gesamtschule. Die Beiträge, die die zwei Hauptschul-, zwei Realschul- und zwei Gymnasialklassen auf der Bühne zeigten, waren durchweg von viel Witz und Einfallsreichtum gekennzeichnet.

Die R10a machte ihren Klassenlehrer Benjamin Müller zum mehr oder weniger unfreiwilligen Hauptdarsteller. Zusammen mit einem Schüler in ein Tuch gehüllt, durfte Müller die Stationen seines Lebens durchschreiten. Wobei die Hände, die ihn fütterten, ihm Bier einflößten, oder ihn mit Creme einschmierten, nicht ihm, sondern dem Schüler, der hinter ihm stand und nichts sehen konnte, gehörten. Die Vorstellung ging ohne Verletzung Müllers ab, der nach anfänglicher Skepsis viel Spaß an seinem Auftritt gewann.

Einen interessanten Froschkönig bot die Klasse R10b dar. Stark verkürzt hatten die Schüler das Stück, dafür die Kernaussagen in den heutigen Jugendslang transferiert. Viel zu lachen hatten die Zuschauer beim Beitrag der G10b, die ihre Tanzszenen immer wieder von einem strengen Lehrer unterbrechen ließ: „Ihr könnt doch an der Schule nicht einen solchen Lärm machen“. Die Überraschung war perfekt, als Klassenlehrerin Anneliese Schütz-Ditter auf die Bühne trat und nicht den Tanzspaß verbot, sondern verkündete: „Jetzt geht die Party erst richtig los“.

Mit vielen Wünschen schickte Bürgermeister Achim Grimm die Schüler ins Leben, dazu gehöre auch das Erkennen von Pflichten und Verantwortungen für sich und die Gesellschaft. Am Fußball hatte Pfarrer Michael Fornoff seine Rede aufgehängt, er wünschte den Schülern, dass sie, wie die Nationalmannschaft, ihre gesteckten Ziele erreichen mögen. Die Elternvertreter Christine Herzog und Bettina Appel fassten sich kurz. Ihre Rede hatten sie zu Hause „vergessen“, das Banner mit dem Gruß „Alles Gute, ihr seid filmreif“ hatten sie glücklicherweise mitgebracht.

Von den gestiegenen Anforderungen der Gesellschaft an alle sprach Schulleiter Helmut Buch. Er zeichnete auch so manch erfolgreiche Schulbiographie nach, sprach aber auch Schüler an, die sich den Bemühungen der Schule zur Bildung widersetzt hätten. Buch freute sich, 20 Schüler mit dem Hauptschulabschluss, 19 mit dem qualifizierten Hauptschulabschluss, 33 mit dem Realschulabschluss und 55 Schüler mit der Berechtigung eine Oberschule zu besuchen, zu verabschieden. Eine Ehrung der besten Schüler schloss sich an die Zeugnisausgabe an.

Tänzerisch verabschiedeten sich die beiden Hauptschulklassen von der ASS. Die H9b zeigte ein Potpourri von Tänzen und die H9a stellte Chaki Rhamadan als Sänger ganz groß heraus. Zum Abschluss überwog die reine Freude der Schüler. „Die Schule ist aus“ singend, hüpften sie von der Bühne.

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