Schule im Angelgarten in Groß-Zimmern hat einen neuen Schulleiter

Sebastian Albert führt jetzt die SiA

Der gebürtige Dieburger Sebastian Albert ist neuer Schulleiter der Schule im Angelgarten in Groß-Zimmern.
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Der gebürtige Dieburger Sebastian Albert ist neuer Schulleiter der Schule im Angelgarten in Groß-Zimmern.

Seit Dezember steht Sebastian Albert dem 17-köpfigen Kollegium vor. Ein Aufgabenschwerpunkt wird die räumliche Erweiterung der Groß-Zimmerner Grundschule sein.

Groß-Zimmern – Seit Beginn des Schuljahres 2020/21 wurde die Rektorenstelle an der Schule im Angelgarten (SiA) in Groß-Zimmern kommissarisch geleitet. Nachdem die bisherige Rektorin, Evelyn Nieder, langzeiterkrankt war und schließlich auf eigenen Wunsch aus dem Schuldienst ausschied, hatte ihre Kollegin Claudia Müller von der Friedensschule übernommen. Als das Schulamt Ende vergangenen Jahres bei Sebastian Albert anfragte, ob er auf dem Chefsessel Platz nehmen wolle, gab es für ihn mehrere gute Gründe, ja zu sagen. Zum einen die Wohnortnähe zu Dieburg, seiner Heimatstadt, wo er mit seiner Familie – dazu gehört ein knapp zweijähriger Sohn – heute wieder lebt: „Da bin ich mit dem Rad schnell vor Ort.“ Zum anderen gefiel ihm das Konzept der verstärkten Förderung an der SiA, etwa durch eine Lehrer-Doppelbesetzung im Unterricht. „Und auch das größere System hat mir zugesagt“, berichtet der 36-Jährige, bis dato Rektor der mit etwa 85 Schülerinnen und Schülern recht kleinen Dilsbachschule in Spachbrücken.

Die Arbeit mit größeren Einheiten ist Albert dennoch vertraut. Nach dem Lehramtsstudium (Deutsch, katholische Religion und Geschichte) an der Pädagogischen Hochschule in Heidelberg und dem Vorbereitungsdienst im baden-württembergischen Dallau bei Mosbach, arbeitete er ab 2011 an der Trinkbornschule in Ober-Roden; mit über 500 Kindern die größte Grundschule des Kreises Offenbach. Zunächst im Angestelltenverhältnis, ein Jahr später und bis 2017 auf einer Planstelle; zusätzlich fungierte er als Konrektor. An der SiA ist der Pädagoge für derzeit 187 Schüler zuständig, aufgeteilt in zehn Klassen; dazu kommt der Vorlaufkurs, in dem Kita-Kinder mit Defiziten stundenweise gefördert werden, um die Schulreife zu erlangen. Das Kollegium setzt sich aus 15 Lehrerinnen und zwei sozialpädagogischen Fachkräften zusammen. „Es sind noch nicht alle Stunden besetzt“, berichtet Albert, „deshalb werden weitere Verträge geschlossen; der Grundunterricht ist aber sichergestellt.“ Abgesehen von der Ausnahmesituation durch Corona, sind derzeit alle Klassen auch mit Räumen versorgt – allerdings nur, weil Unterricht und Betreuung im Pakt für den Nachmittag zusätzlich in Containern stattfinden, die sowohl auf dem Gelände der SiA, als auch auf dem der benachbarten Albert-Schweitzer-Schule stehen. Die Grundschule ist bekanntlich seit Jahren räumlich am Limit. „Die Zahl der Schüler wird sich erhöhen“ erwartet auch der neue Rektor mit Verweis auf bereits 51 Kinder auf der Einschulungsliste, „da muss langfristig eine Lösung her.“ Dass der Kreis als Schulträger nun die Weiterentwicklung angeht, machte für ihn die Stelle zusätzlich attraktiv.

200 000 Euro sind im Schulbauprogramm 2021 für den Ankauf des gemeindeeigenen Grundstücks hinter der Flüchtlingsunterkunft, das an die SiA grenzt, eingestellt. „Eigentlich sollte der Wall hinten schon abgetragen sein, bis Ende 2022 soll dort eine Interimslösung entstehen“, sagt Albert und präzisiert: „Ein Zusatzbau im modularen Containersystem mit Klassenzimmern, Lager- und Differenzierungsräumen“, also ein Multifunktionsgebäude für die Weiterentwicklung zur Ganztagsschule. Ob irgendwann die Übergangslösung einer Erweiterung, etwa durch Aufstockung des bestehenden Schulgebäudes, weichen werde, stehe in den Sternen.

Generell sind laut Albert etwa 75 Kinder für die Nachmittagsbetreuung angemeldet, wegen der Pandemie ist die Zahl auf 21 geschrumpft. Um die 30 Kinder nehmen an der SiA am Präsenzunterricht teil. Der Spagat zwischen Präsenz und Distanz erfordere von den Lehrkräften viel Flexibilität, sagt Albert. Neben dem Unterricht an der Schule werde der Schulstoff über Videokonferenzen sowie Telefon vermittelt. „Vom Kreis haben wir 18 Tablets bekommen, aber nicht alle Eltern nehmen das Angebot an.“ Um alle Kinder zu erreichen und den Kontakt zu halten, gingen die Lehrerinnen manchmal sogar zu Hause vorbei. „Ich wurde von engagierten Kolleginnen gut aufgenommen“, hat der neue Rektor selbst erfahren. Wie sehr das Team das Wohl der Schüler im Blick habe, hat er bei der Zeugniskonferenz beobachtet. „Sie arbeiten nah an den Kindern und kennen sie gut.“ Was momentan schmerzlich vermisst werde, seien Feste, Spiele, Klassenfahrten: „Schule ist derzeit kein Lebensraum, sondern reduziert auf Wissensvermittlung.“ Die Einschränkungen seien zwar bis auf Weiteres das Gebot der Stunde, sagt Albert, die Aktivitäten fehlten aber schon sehr.

Von Sabine Müller

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