Schulische Sprachförderung

Brotdosen gegen Wegwerfmentalität

+
Die Kinder der Vorlaufkurse an der Friedensschule, flankiert von Astrid Geiß (links) und Lehrerin Andrea Bitsch, repräsentieren die beherzte Teilnahme vieler junger Menschen an den Angeboten von Zimmern glänzt.

Groß-Zimmern - Karli ist ein umweltbewusstes Kaninchen, das selbst einem Bären gegenüber Zivilcourage beweist und den Abfall verstreuenden Grizzli Sauberkeit lehrt. Von Ursula Friedrich 

Wie der kleine Karli schlüpfen auch die jüngsten Bürger der Gemeinde oft in die Rolle von Umweltdetektiven und Müllsammlern, um ihren Mitmenschen zu zeigen, was Umweltschutz bedeutet.

Gleich vier Mal beteiligten sich überwiegend Kinder und Jugendliche 2013 an hessenweiten Aktionstagen für eine sauberhafte Umwelt. Das Engagement wurde von Astrid Geiß, Gallionsfigur der Inititaive „Zimmern glänzt“ aus der Projektwerkstatt Soziale Stadt, angestoßen. „300 Einrichtungen nahmen im vergangenen Jahr an verschiedenen Aktionstagen teil, die das Land Hessen initierte“, sagte Geiß. Die Fleißigsten erhielten als Dankeschön jeweils 25 Brotdosen.

Groß-Zimmern war als einzige Kommune bei allen vier Landesaktionen dabei. Nun erschöpft sich das Engagement der Frontfrau von „Zimmern glänzt“ nicht in Projekten, die vom Land angestoßen werden. Geiß geht, missionierend und aufklärend, häufig auch in Kindergärten und Schulen.

Deutsch als Einschulungskriterium

Zu ihren Schützlingen zählen die 19 Kinder der beiden Vorlaufkurse an der Grundschule im Angelgarten. Kinder mit unzureichenden Deutschkenntnissen werden in acht Wochenstunden von Lehrerinnen der Grundschule unterrichtet. Diese Sprachförderung bereichert Geiß nun um die Facette Umweltpädagogik. „Deutschkenntnisse sind ein Kriterium für die Einschulung“, erklärte Lehrerin Andrea Bitsch. „Anderthalb Stunden Unterricht sind für manche Kinder zwar zu wenig, aber insgesamt machen wir gute Fortschritte.“

Auch die Eltern wüssten das optionale Angebot zu schätzen. Die Zahl der Kindergartenkinder im Sprachkurs habe sich in den letzten Jahren nahezu verdoppelt.

Wo den Kleinen im „sauberhaften“ Unterricht mit Geiß die Worte fehlten, ersetzten Malstifte und Papier die Kommunikation. Als Dankeschön für die engagierte Teilnahme der Kleinen verteilte Geiß nun die Brotdosen des Umweltministeriums. Den vor rund eineinhalb Jahren eingeschlagenen Weg für mehr Umweltbewusstsein und Sauberkeit wird sie auch in diesem Jahr weitergehen. Zahlreiche Aktionen tragen ihrem Einsatz Rechnung, der oft über die acht Wocheneinstunden hinausgeht, die sie als Teilzeitmitarbeiterin der Projektwerkstatt honoriert bekommt.

Verhalten ist besser geworden

„Ich möchte unsere erfolgreichen Aktionen fortführen und noch mehr Menschen bewegen“, erklärte Geiß. Beim sauberhaften Frühjahrsputz am 29. März will auch die Kinder- und Jugendförderung mit ihrer Aktion „Sammeln statt Gammeln“ wieder mitmachen. Der Rathausplatz soll an diesem Tag für eine Pflanzentauschbörse genutzt werden. Auch Paten für die kommunalen Blumenbeete werden weiter gesucht.

Ein wichtiger Partner bei allen Aktionen ist die Gemeinde, die vieles unterstützt und mit einem Drittel der Kosten das Programm Soziale Stadt finanziert. „Kinder haben viel Spaß an den unterschiedlichen Aktionen“, so Geiß.

Zuletzt entstanden bei den Ferienspielen zehn Hinweistafeln aus Holz, die mit Hilfe des Ordnungsamts platziert werden sollen. Wo? An neuralgischen Punkten, an denen noch immer Müll entsorgt wird, „obwohl sich viel getan hat und das Verhalten in Zimmern viel besser geworden ist.“ Gerade die jüngsten Bürger haben Präventionsarbeit, Sammelaktionen und Umweltunterricht mit ihrem Einsatz honoriert. Wie das Kaninchen Karli aus dem Bilderbuch nimmt heute mancher Knirps kein Blatt mehr vor den Mund, wenn ein Erwachsener, ex und hopp, seinen Abfall wegwirft.

Kommentare