Schulleiter macht den Affen

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Das Lehrertheater glänzte in tollen Kostümen und mit viel Spielfreude.

Groß-Zimmern (bea) ‐ Erst leises Kichern und dann tönt es deutlich für alle im Saal zu hören: „Das ist Frau Zeller!“. Die Lehrerin ist als Mogli auch recht gut zu erkennen, schwieriger wird es hingegen bei Balu, aber auch der wird bald geoutet. „Das ist Herr Wiedekind!“, freuen sich die Viertklässler. Dabei hat sich ihr Lehrer viel Mühe gegeben, steckt im Ganzkörperanzug mit Kapuze und puscheligen Ohren, ordentlich geschminkt ist er außerdem.

Die Lehrer der Friedensschule spielen mal wieder Theater, im wahrsten Sinne des Wortes. Das „Dschungelbuch“ bringen sie auf die Bühne und der Zuspruch ist wie immer riesig. Alle fünf Aufführungen mit jeweils 100 Karten sind restlos ausverkauft. „Wir hätten auch noch mal das Doppelte an Karten verkaufen können“, erklärt Schulleiter Axel Pucknat, der mit Loui sehr überzeugend den Chefaffen spielt.

Die Premiere ist schon fast keine mehr. Bei der Generalprobe am Donnerstag war der Saal bereits voll, hauptsächlich Freunde der schauspielernden Lehrer hatten sich eingefunden, auch um noch letzte Kritik und Verbesserungsvorschläge anzubringen. Am Freitag war die erste Vorstellung, in der auch die Kinder ihre Lehrer mal ganz anders erleben konnten.

Musiklehrerin sorgt für Live-Athmosphäre

Überraschend schritt zuweilen ein Schauspieler von hinten durchs Publikum.

Der vordere Bereich ist für sie reserviert, damit sie auch einen guten Blick auf die Bühne haben. Die vierte Klasse sitzt in der ersten Reihe und als das Lied „Probier’s mal mit Gemütlichkeit“ erklingt, singen die Schüler ganz begeistert mit. Marvin Braun, Desirée Kollmann und Sebastian Schulz haben wie ihre Klassenkameraden den Song mit ihrer Lehrerin Barbara Hornung gelernt. Marvin hat sowohl das Buch gelesen, als auch den Film gesehen. „Aber so ist es viel besser“, sagt er voller Überzeugung und Desirée findet Balou am coolsten.

Fasziniert sind auch die jüngeren Kinder, die vorne auf der anderen Seite des Mittelgangs sitzen. Die Eltern der Schüler sind ebenfalls sehr angetan von den schauspielernden Lehrern. „Auch die Kostüme und die Masken sind einfach toll“, sagt Claudia Maurer. Sie ist lobt zudem, dass die Musik nicht aus der Retorte kommt, sondern live von Gaby Joest. Die Musiklehrerin wirft sich voll in die Tasten und reißt einfach mit.

„Lebhaft, lustig, ausdrucksstark und gut einstudiert“

Hingerissen sind auch die Eltern von Diana Zeller, die den Mogli gibt. „Wir sind zum ersten Mal an der Schule, an der unsere Tochter unterrichtet“, berichtet Werner Zeller und schwärmt vom Stück: „Es ist lebhaft, lustig, ausdrucksstark und gut einstudiert.“

Mutter Claudia Maurer stellt ihr Sektglas ab, die Pause ist vorbei. Im Weggehen sagt sie noch: „Das Schönste ist, wir haben heute Abend viel Spaß. Und die Einnahmen kommen auch noch unseren Kindern zugute.“ Den Erlös wollen die Lehrer für die Verschönerung des Schulhofes verwenden.

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