Respekt – für Rap aus Zimmern

Schweitzer-Schüler erhalten Auszeichnung

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Schüler der Albert-Schweitzer-Schule durften Ministerpräsident Volker Bouffier und vielen anderen Besuchern in der hessischen Staatskanzlei in Wiesbaden ihren Rap vortragen.

Groß-Zimmern/Wiesbaden - In der hessischen Staatskanzlei in Wiesbaden waren Schüler der ASS zu Gast – und hatten dort einen Auftritt. Von Sebastian Richter 

Klar hatten sie Lampenfieber, die Schüler der Albert-Schweitzer-Schule (ASS), als sie am gestrigen Freitag Ministerpräsident Volker Bouffier und vielen anderen Besuchern in der hessischen Staatskanzlei ihren Rap vortragen durften. „Jeder hat Charakter, Glaube und Kultur. So tickt das Leben, so tickt die Uhr. So sind die Regeln im Lebensspiel, anders zu bleiben – das ist unser Ziel“ – ein beeindruckendes Credo der Vielfalt, wie sie an der Schule gelebt wird, die unter ihrem Dach Menschen aus 28 Nationen eint.

Bereits im Vorfeld der Auszeichnung war das Interesse der Medien an den 12 bis 13 Jahre jungen Pop-Künstlern und ihrer politischen Aussagen groß. Pressevertreter gaben sich an der ASS die Klinke in die Hand, sogar ein Fernsehteam von RTL drehte in der Schule. „Das hat die Schüler schon ziemlich nervös gemacht“, berichtet ihr Musiklehrer Andreas Schiener unmittelbar nach dem Ende der Aufzeichnungen, „dass eben genau das gedreht wird, was gerade passiert, dass es keine Möglichkeit gibt, hinterher noch etwas zu korrigieren.“

Dabei hat das Team aus drei Klassen schon Erfahrung mit öffentlichen Auftritten, hat den Song mit dem Titel „Anders“ bereits bei einer Präsentation der Sparkasse und bei deren Verleihung des Bürgerpreises live performt. Aber Fernsehen, das ist noch mal eine andere Dimension, und der Ministerpräsident erst recht. „Anders“ war der Arbeitstitel der letztjährigen Sparkassen-Schreibwerkstatt, an deren Organisation Andreas Schiener und seine Gattin Kerstin Schiener maßgeblich beteiligt waren. „Anders“ zielte vor dem Hintergrund der durch viele Flüchtlinge gewachsenen ethnischen Vielfalt in Deutschland auf den Umgang mit- und den Respekt voreinander.

Carolin (12): „Wir haben schon zwei Wochen vor den Osterferien erfahren, dass wir für unseren Rap einen Preis bekommen. Wir wissen aber nicht ganz genau, was das für ein Preis ist. Den Rap haben drei 6. Klassen der ASS im vergangenen Jahr erarbeitet. In jeder Klasse wurde der Text für eine Strophe geschrieben und ausprobiert.

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Carolin (13): „Herr Schiener hat uns die Aufgabe gegeben, Wörter zum Begriff Anders zu finden. Daraus sollten wir dann in kleinen Gruppen einen Musiktext basteln. Das geschah mit vielen einzelnen Einfällen. Anders – verschieden, jeder Mensch ist verschieden, hat man als Satz gewählt, und dann kam noch die Idee, dass man oder anders dazu setzen kann.“

Genau so steht es jetzt im Text: „Jeder Mensch ist verschieden – oder anders!“ Das wird im Rap ein Dutzend Mal wiederholt und erhält dadurch eine große Nachdrücklichkeit. „Ich bin zwar erst später dazu gekommen, aber der Rap ist cool und bringt das zum Ausdruck, was ich denke“, versichert Wahab (13).

„Wenn wir einen guten Einfall hatten, haben wir erst einmal geschaut, ob das auch zu den schon vorhandenen Sachen passt, und manche waren auch nicht so gut, und andere haben richtig gut gepasst“, berichtet Amir von der Entstehung des Kunstwerks.

Miro (13) ergänzt: „Wir haben passende Themen gesammelt und daraus Sätze gebildet. Wichtig war, dass es um Respekt geht, dass wir alle zusammengehören, dass es nicht schlimm ist, wenn jemand aus einem anderen Land kommt und eine andere Hautfarbe hat.“

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