„Es ist schwer, passende Lehrer zu finden“

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Die Ferien sind vorbei: Morgen werden in Zimmern 136 Kinder eingeschult.

Groß-Zimmern - 136 Kinder werden am Dienstag in Groß- und Klein-Zimmern eingeschult. Vierzügig ist die Friedensschule, die insgesamt 346 Schüler besuchen, 84 davon Erstklässler, die morgen mit zwei Einschulungsfeiern empfangen werden. Von Gudrun Fritsch

Ab November kommen noch einmal gut zehn Kinder im Vorlaufkurs hinzu, dann werden es wieder rund 360 Schüler sein“, berichtet Schulleiter Axel Pucknat. In zwei der vier ersten Klassen findet Gemeinsamer Unterricht (GU) statt. Diese mit 20 Schülern etwas kleineren Gruppen mit Integrationskindern erhalten zusätzlich sechs Wochenstunden Förderunterricht. „Hier wäre gewiss mehr von Nöten, aber es fehlen die Sonderpädagogen“, so Pucknat. Da in diesem Jahr jedoch keine Vorklasse zustande gekommen ist, kann die Leiterin den GU unterstützen. Zufrieden ist der Schulleiter über den Erhalt der vier vierten Klassen. Erst am letzten Ferientag hat er vom Schulamt die Zusage erhalten, dass diese 82 Schüler nicht in drei Klassen zusammengelegt werden müssen. Zwar sei der Durchschnitt mit 20,5 Schülern pro Klasse an der Grenze, aber „ich weigere mich sie aufzuteilen, denn wir haben hier eine hohe Fluktuation“. Mit den insgesamt 28 Lehrern, etliche davon haben Teilzeitstellen, sind Pfarrer und drei Referendare, kann die Stundentafel abgedeckt werden, hinzu kommen 36 Wochenstunden Deutsch als Zweitsprache. Zudem werden wieder Arbeitsgruppen wie Schach oder Schulgarten angeboten.

Wunsch nach Ganztagsbetreuung ist hoch

Der Wunsch nach Ganztagsbetreuung ist hoch, über hundert Kinder besuchen die betreuende Grundschule. „Wir haben eine Eingangsbestätigung für unseren Antrag erhalten, in das Programm für Ganztagsschulen aufgenommen zu werden. Wenn wir Glück haben, kann es im kommenden Schuljahr schon so weit sein. Realistischer ist aber wohl mit einem Beginn 20011/12 zu rechnen“, so Pucknat, der Informationen zu möglichen Gebäuden bisher nur aus der Presse hat.

Wir werden zur Einschulung unseren neuen Schulsong vorstellen“, berichtet Martina Goßmann, Leiterin der Schule im Angelgarten. Auch hier steht die Umwandlung zur Ganztagsschule an. „Wenn die gemeinsame Mensa mit der Albert-Schweitzer-Schule läuft, werden wir versuchen, erstmal aus eigener Kraft eine abgespeckte Form der Ganztagsbetreuung umzusetzen“, meint sie und hofft, so die Aufnahme in das Programm forcieren zu können, denn „der Bedarf ist da“. 180 Schüler besuchen die zweizügige Grundschule, 34 Erstklässer werden am Dienstag eingeschult. Deutsch ist für die Hälfte der Schüler Zweitsprache, weshalb die Schule großen Wert auf die Stärkung der Sprachförderung legt. Mit 15 Lehrern wird auch hier die Stundentafel abgedeckt und Arbeitsgruppen können gebildet werden.

Pädagogischer Tag

Alle Zimmerner Schulen haben für den 14. September einen pädagogischen Tag angekündigt. Dabei wird es um die Zusammenarbeit untereinander und die Ganztagsschule gehen.

16 Kinder werden morgen in Klein-Zimmern eingeschult, dann besuchen 61 Schüler die Geißbergschule. Das fünfköpfige Kollegium unter Leitung von Angelika Klindt setzt neben dem Regelunterricht Schwerpunkte in den Bereichen Musik und Sport. Mit Hilfe des Fördervereins ist Betreuung in Kursen bis 13 Uhr gesichert. „Die Suche nach geeigneten Lehrern ist eine immense zusätzliche Belastung“, sagt Helmut Buch. Der Leiter der Albert-Schweitzer-Schule findet es nicht in Ordnung, dass die Schulen einerseits immer mehr Eigenverantwortung übernehmen und andererseits Bewerber über ein langwieriges bundesweites, oft nicht aktualisiertes Ranglistenverfahren anfordern müssen. „Erst wenn eine definitive Ablehnung vorliegt, wird der nächste Bewerber mitgeteilt“, so Buch. Gut 60 Kontakte habe er aufnehmen müssen, um eine geeignete Lehrkraft für die Fächerkombination Deutsch/Erdkunde zu finden. Jetzt hat er es geschafft, unter den 66 Kollegen ist sogar ein Lateinlehrer. Etliche der 40 Planstellen für die 782 Schüler in 34 Klassen werden im Wechsel über Abordnungen mit der Alfred-Delp-Schule besetzt, so dass 99,5 Prozent der Stundentafel abgedeckt sind.

Am Dienstag fangen an der ASS drei Förderstufenklassen mit 69 Schülern und zwei Gymnasialklassen mit 60 Schülern an. Das Novum: Die beiden fünften und sechsten G-Klassen werden in neun Jahren zum Abitur kommen. Die Mensa ist im Rohbau fast fertig. Enttäuscht zeigte sich das Kollegium jedoch darüber, dass vom Schulträger zugesagte Maßnahmen wie der Bau von Notausgängen oder die Sanierung der Deckenverkleidung im Erdgeschoss nicht einmal angefangen wurden.

Lernen in der Mehrzweckhalle

Flexibilität und Engagement sind auch an der ADS ausschlaggebend dafür, dass ein vollständiges Lehrerkollegium steht. „Ich habe die Besetzung der freien Stellen seit Februar als meine Hauptaufgabe angesehen“, erklärt Schulleiterin Renate Stiebing. 320 neue Schüler kann das Dieburger Oberstufengymnasium in der Jahrgangsstufe elf begrüßen. Um auch die naturwissenschaftlichen Fächer zu besetzen, wurden einige Lehrer aus der Pension geholt oder ehemalige Schüler eingespannt, die inzwischen ein entsprechendes Studium absolvieren. Aber auch wenn das Personalproblem gelöst ist, hapert es an dem nötigen Raum.

Fünf Container hatte der Kreis zur Überbrückung des Problems für das neue Schuljahr zugesagt, bisher stehen jedoch nur drei. Der Innenausbau ist nicht fertig und es gibt keine konkrete Terminzusage, wann die Container bezogen werden können. „Wir sind sehr unglücklich über diese Situation“, so Stiebing. Bis die Container fertig sind, müssen drei Gruppen gleichzeitig in der Mehrzweckhalle unterrichtet werden. „Die müssen dann sehr leise sein, damit sie sich nicht gegenseitig stören“, meint die Schulleiterin. Seit drei Jahren wartet die ADS auf einen Anbau, der besonders mit Blick auf das Jahr 2011 benötigt wird. Dann nämlich haben die ersten G8-Jahrgänge die neunte Klasse erreicht und werden zeitgleich mit den letzten Zehntklässlern der G9 auf die ADS wechseln. Stiebing hofft, dass der Anbau bis dahin steht. Auch im Hinblick auf die Behelfsräume bringt sie fürs neue Schuljahr Optimismus auf: „Ich hoffe, dass die Container in zwei Wochen fertig sind!“

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