„Welt der Riesenspinnen“

Sehr leicht, geradezu kuschelig

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Mutig mit Vogelspinne (v. l.): Die Ausstellungsbesucher Patrick Hübner, Nikolai Gorbatschew und Diyaar Okcu.

Groß-Zimmern (jd) ‐ Der Palmendieb ist ein faszinierender Geselle: Nicht nur, dass er der größte an Land lebende Krebs der Erde ist; auch ist er in der Lage, auf Palmen zu klettern und Kokosnüsse zu knacken. Ein solcher Riesenkrebs wartete am Sonntag auch auf die Besucher der Ausstellung „Welt der Riesenspinnen“ in der Rad- und Rollsporthalle: direkt nach dem Eintritt in den Ausstellungssaal kauerte er in einer Ecke seines Terrariums.

Das Gros des Getiers in den insgesamt 76 Terrarien machten aber andere Wesen aus: insbesondere Vogelspinnen und Heuschrecken. Diverse Arten präsentierten Sidney Sperlich und drei weitere junge Frauen und Männer. Sie gehören zu einem Familienunternehmen aus Niedersachsen, das mit der „Welt der Riesenspinnen“ durch die Republik tourt. Was die tierliebe Familie bis vor vier Jahren noch als Hobby betrieb, ernährt seitdem die Mitarbeiter des Unternehmens.

Eine Vogelspinne ernährt sich dagegen von allem, was sie überwältigen kann: Das können Insekten, aber auch Skorpione und kleine Nagetiere sein. Manchmal überwältigen sie durch ihren Anblick auch Menschen, die teils panische Angst vor den Achtfüßlern haben. „Gerade solche Menschen kommen viele zu uns – mit denen nehmen wir dann eine Spinne aus dem Terrarium und führen sie Stück für Stück an sie heran“, sagt Sidney Sperlich. So könne nach und nach die Angst bekämpft werden. Bei den extremen Fällen von Spinnen-Phobie gehe das derweil in langsameren Schritten vonstatten – da sei es manchmal schon eine Herausforderung, nur in Sichtweite eines Exemplars zu sein.

68 Arten zeigt das Unternehmen in seiner Ausstellung. Schon am späten Sonntagvormittag sind mindestens ebenso viele Besucher da gewesen. Auf mehrere hundert Interessierte dürfte sich die Zahl bis 18 Uhr belaufen haben, als die Ausstellung endete. Das Publikum: Ziemlich jung, anders als man es etwa von Zuchtschauen mit Geflügel oder Nagetieren kennt. Dennoch sei es generell ein Generationen-Mix, der die Schauen besuche, sagt Sperlich.

Patrick Hübner, Nikolai Gorbatschew und Diyaar Okcu sind unterdessen besonders mutig: Sie lassen sich von Sperlich eine Vogelspinne (käuflich, kostet 60 Euro) auf die Hand setzen, was bewundernde Blicke der Umstehenden einbringt.

Beim Selbstversuch bestätigt sich der Eindruck, den auch die drei jungen Wagemutigen haben: Überraschend leicht fühlt sich die Spinne an, geradezu kuschelig durch ihre Behaarung. Sie bewegt sich kaum auf der Hand, was das Zutrauen etwas steigen lässt. Eine wahre Heldenleistung war das indes nicht: „Für Menschen sind Vogelspinnen mindergiftig“, erklärt Sperlich. Ein Biss sei kaum schlimmer als ein Wespenstich.

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