Beim Kaffee ist Zeit für alte Freundschaften

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Geselliges Beisammensein und dabei Kaffee und Kuchen genießen: Der Seniorennachmittag der Gemeinde gehört bei vielen mittlerweile dazu.

Groß-Zimmern - „Hier sind wir unter uns“, brachte es Franz Burger auf den Punkt. Der 71-Jährige war der Einladung der Gemeinde Groß-Zimmern bereits zum zweiten Mal gefolgt, um mit vielen anderen den Seniorennachmittag in der Mehrzweckhalle zu feiern. Von Corinna Hiss 

Diese traditionsreiche Veranstaltung organisiert die Verwaltung gerne ein Mal im Jahr, um den älteren Bürgern der Gemeinde mit einem besonderen Programm eine Freude zu machen.

Insgesamt 1 700 Senioren ab dem 70. Lebensjahr waren im Vorfeld angeschrieben worden – in der Mehrzweckhalle tummelten sich gut 300 von ihnen. „Das ist eigentlich eine gute Zahl“, bilanzierte Hans Peter Wejwoda, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit der Gemeinde. Neben den Alteingesessenen, die schon seit vielen Jahren den Seniorennachmittag schätzen, kämen aber auch immer neue Gäste dazu.

Herbstlich mit Früchten und Nüssen waren die langen Tische geschmückt, gut 800 Stück Kuchen der Bäckerei Nennhuber standen für die hungrigen Senioren bereit, dazu selbstverständlich jede Menge Kaffee. „Wir haben bestimmt 800 Tassen Kaffee gekocht“, erzählte eine Küchenfee lachend. Der DRK-Ortsverband Groß-Zimmern und die Gemeindeverwaltung waren an diesem Nachmittag für das leibliche Wohl zuständig und gingen stets mit einem Lächeln von Tisch zu Tisch. Dieses Jahr hatte auch der Verein bel(i)ebt Groß-Zimmern 25 neue Kaffeekannen gespendet, die prompt ihren Einsatz fanden.

Genug Zeit für Gespräche

Hochkonzentriert: Katrin Eurich am Piano.

Auch Bürgermeister Achim Grimm freute sich, dass so viele auf die Einladung reagiert hatten. „Sie haben wunderschönes Wetter mitgebracht“, begrüßte er die Gäste und scherzte weiter: „So kann es bis Weihnachten bleiben.“ Mit dabei saßen an einem Tisch auch die Bewohner des Seniorenwohnheims Gersprenz, die von den Johannitern transportiert worden waren und sich den gemütlichen Nachmittag nicht entgehen lassen wollten. Während Alleinunterhalter Peter Holzgreve Rock’n’Roll, Schlager oder Evergreens spielte, blieb genug Zeit zum Essen, Trinken und Reden. Wer es besonders edel wollte, bestellte sich bei Mehrzweckhallen-Betreiber Mehmet ein Gläschen Wein oder ein kühles Bier. Viele standen zwischendurch auf, um alte Freunde an anderen Tischen zu begrüßen und einen Plausch zu halten. „Das ist ja das schöne daran, hier sieht man auch diejenigen, die sonst nicht so oft aus dem Haus gehen“, sagte Burger, der mit seiner Frau und deren Freundin den Nachmittag genoss.

Als musikalischer Höhepunkt galt der Auftritt der Groß-Zimmerner Sopranistin Magdalena Hermann, die auf den Bühnen Europas unterwegs ist und gerne für eine Showeinlage in ihre Heimatgemeinde zurück kam. Für viel Gelächter sorgte ihre Rezitation des Kuss-Gedichts von Gerrit Engelke. Virtuos und treffend ausgewählt spielte die junge Katrin Eurich anschließend „Die Hexe“ von Peter Tschaikowsky am Piano. Später sorgte die TGC-Seniorentanzgruppe Kokopelli für Schwung.

Traditionell wurden auch die ältesten Teilnehmer geehrt. Aus Groß-Zimmern war wie schon letztes Jahr die 100-jährige Charlotte Richter mit dabei, die nächste Woche ihren 101. Geburtstag feiert. Der älteste Groß-Zimmerner war der 90-jährige Hassan Anzali. Den Weg aus Klein-Zimmern hatten mit 91 Jahren Maria Beskrowny und der 89-jährige Alfred Linke gefunden.

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