Serie: Mein Platz in Zimmern

Orte mit besonderen Geschichten

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Auch ein Lieblingsplatz, an dem beide gerne entspannen: Der Garten von Otto Herdt in der Brunnerstraße, durch den Kater Rory ebenfalls oft schlendert.

Groß-Zimmern - Orte in Groß-Zimmern haben sie schon viele besungen und den Menschen hier in Erinnerung gebracht – das Duo „Otto und Otto“ ist inzwischen selbst schon fast ein Stück Zimmner Kulturgeschichte. Von Julia Glaser 

Seit über 50 Jahren sind Otto Herdt und Otto Sorrentino ein musikalisches Zweier-Gespann, das Geschichten rund um Zimmern erzählt. „Unsere Texte sind erdverbunden, ein Stück Heimatgeschichte“, erklärt Otto Herdt. Dabei gehe es um Orte wie den „Glockeroa“ in Klein-Zimmern, das Wasserwerk oder die Schneemühle. „Die Geschichten könnten überall passieren. Aber weil sie eben hier passieren, machen sie aus Zimmern Heimat“, ergänzt er. Klar, dass es bei so viel Wissen um die besonderen Orte in Zimmern schwierig ist, sich für einen Platz zu entscheiden.

Für Otto Sorrentino ist es dann aber doch die „Ecke um die Obermühle“, die ihm am meisten am Herzen liegt. „Hier bin ich groß geworden, an der Obermühle und an de Bäsch. Eine schöne Zeit, ich erinnere mich da gerne dran“. Hier hat er Fußball gespielt, ist zum ersten Mal Fahrrad gefahren.

Kerb als Höhepunkt

Natürlich auch immer ein Highlight: die Kerb. Die Schiffschaukel stand direkt vor seinem Elternhaus in der Bachgasse. „Da durfte ich immer beim Aufbauen helfen, das war was Besonderes. Dafür gab’s dann Freikarten, da war man natürlich stolz drauf“, erinnert er sich. „Die Menschen, die man während dieser Zeit kennengelernt hat, mit denen ist man verwurzelt.“ An der Obermühle war Otto Herdt ebenfalls immer gerne – auch für ihn ist der Ort ein wichtiger Teil seiner Kindheit. Auf der Wiese vor der Mühle fand früher das Fischerfest statt. Seine Eltern hatten eine Metzgerei und die Würstchen wurden natürlich auch auf dem Fest verkauft.

Herdts Lieblingsort ist aber ein anderer. Nach Klein-Zimmern rein, den Berg hoch, in der Kurve rechts und an Geibels Hofladen und dem Klein-Zimmerner Friedhof vorbei: Noch ein Stück geradeaus und man erreicht den Russischen Soldatenfriedhof auf der „Reinheimer Hohl“. Westlich davon findet man den „Glockeroa“, eine Baumreihe mit einem Aussichtsplatz. Von der Bank dort guckt Otto Herdt gerne auf Zimmern, denkt nach, kommt zur Ruhe, zur Besinnung. Sogar ein Lied haben die beiden Ottos über diesen Ort schon geschrieben, das zum Entdecken einlädt: „Geh doch mol zum Glockeroa“.

Einen gemeinsamen Ort, der in der Vergangenheit eine wichtige Rolle gespielt hat, gibt es natürlich auch: das Wohnzimmer von Sorrentinos ehemaligem Zuhause in der Bachgasse. Hier machten die beiden an der Kerb 1963 zum ersten Mal zusammen Musik – und sind inzwischen aus dem Zimmerner Ortsgeschehen nicht mehr wegzudenken.

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