Shakira will nicht an den Galgen

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Die Feuerwehr musste beim Aufziehen der Kerbpuppe mit einer Leiter helfen.

Groß-Zimmern ‐ Tiefer Schmerz ergriff offensichtlich den Jahrgang 1990/91. Schon bevor Kerbpuppe Shakira ein Opfer der Flammen wurde, flossen die Tränen bei einigen der grün-weißen Kerbborschte in Strömen. Von Ulrike Bernauer

„Ich bin traurig, weil die schöne Zeit schon vorbei ist“, beschrieb Matthias Göbel seinen Schmerz.

Das Feuerwerk nach der Verbrennung markierte farbenprächtig das Ende der Kerb.

Ein bisschen dauerte es allerdings noch, bis die Kerbpuppe am Galgen hing. Hatte anfangs die Aufstellung auf dem Roten Platz, der Marsch zum Anglerheim und auch die Aufstellung dort wie am Schnürchen geklappt, so ging beim Aufziehen der Puppe an den Galgen gar nichts mehr. Der Strick, an dem Shakira in die Höhe gezogen werden sollte, hatte sich verhakt. Die Puppe bewegte sich keinen Zentimeter mehr nach oben. Lediglich der Galgen wackelte bedrohlich.

Retter in der Not war - wie so oft - wieder einmal die Feuerwehr. Die holte von ihrem Wagen eine Klappleiter und den Blauröcken gelang es dann, Shakira in luftige Höhen zu transportieren.

Ergreifend war die Rede von Kerbpfarrer Timo Zotz. Der Trauerredner entschuldigte sich für die nun anstehende Verbrennung: „wos ich heit mache muss, mach' ich werklich nit gern. Des kost mich moi Fassung, des kost mich moi Kraft. … Das mer dich geliebt hewwe, des waaßt du genau. Shakira, du bist und bleibst eine fantastische Frau. … Mer dehn unser gonz Geld un alles gäwwe, kennst du nur noch e poar Doag läwe.“ Es nutzte aber alles nichts. Die Rede war zu Ende und die Grün-Weißen entzündeten das Stroh. Nachdem das Aufhängen recht lange gedauert hatte, verabschiedete sich Shakira dann allerdings äußerst schnell. Keine drei Minuten dauerte es und die Puppe lag brennend im Scheiterhaufen.

Bittere Tränen vergoss das „Kerb-Dreigestirn“ für Shakira.

Das prächtige Feuerwerk versöhnte zumindest das zu hunderten erschienene Publikum nach dem schnellen Ende von Shakira. Bei den Kerbborschte sowie Vadder, Mädchen, Mundschenk und Pfarrer hielt der Schmerz lange an. „Ich kann es gar nicht fassen, dass die Kerb jetzt schon rum ist“, schluchzte Kerbvadder Alexander Rühl.

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