Showtime mit Bühnendreher

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Hervorragenden Gesang und tolle Kostüme bot Chorus Line seinem Publikum.

Groß-Zimmern ‐ „Zugabe!“, riefen die Zuschauer nicht erst am Ende des opulenten Programms von Chorus Line. +++Fotostrecke+++Von Ulrike Bernauer

Heiß umjubelt war die „Aufklärung für Frauen“, der sich die Solisten Karsten Andrä, Holger Bernhard, Uli Braun, Dirk Heimburger, Hugo Hofmann und Sascha Löffler mit viel Freude angenommen haben. Und es waren wohl vor allem die Frauen im Publikum, die mehr Aufklärung wünschten und die Herren nach ihrer Parodie kaum von der Bühne lassen wollten.

Die war am Freitag und am Samstag in der Mehrzweckhalle sozusagen auf den Kopf gestellt. Auftrittsort für die rund 50 Sänger war nämlich die Tribüne, auf der normalerweise die Zuschauer sitzen, und eine davor gebaute Bühne, auf der sich die zahlreichen Solisten abwechselten. Zahlreiche Solosänger gestalteten das Programm zusammen mit dem Chor.

Dabei waren auch, was Chorleiter Detlef Bergmann besonders freute, ganz junge Nachwuchssängerinnen, die vor nicht allzu langer Zeit noch dem Jugendchor „Sternschnuppen“ angehörten. Bergmann führte charmant und witzig durch das Programm, war jedoch auch als Sänger dabei. Mit einem Sinatra-Medley erntete er Begeisterungsstürme.

Zahlreiche Solisten (hier Karsten Andrä) zeigten ihr Können.

Durch fast alle Musikstile führten die Sänger ihr Publikum. Jazziges gab es zu hören, aber auch neue deutsche Welle oder als Schmankerl für den Schluss Montserrat Caballè und Freddie Mercury alias Miriam und Dirk Heimburger. Aktuelle Beiträge waren ebenfalls dabei. Zum Mauerfall vor 20 Jahren gab es „Wind of change“ von den Scorpions und „The wall“ von Pink Floyd. Optisch war die Aufführung auch ein Genuss. Zu fast jedem neuen Titel erschienen die Künstler in neuen Kostümen. Schwarzlicht und gruselige Tänzer gab es zu Michael Jacksons „Thriller“, Reifröcke zu Falkos „Amadeus“ und ägyptisch traten Anke Grimm und Mona Schmidinger mit Pharaonenträumen auf. Mit einer Leinwand hinter der Tribüne gelang es dem Chor schon vor dem Anstimmen der ersten Töne, die Zuhörer in die passende Stimmung zu versetzen. Ein Übriges tat die raffinierte Lichttechnik, zu der Chorus Line Profis der Firma Lightware verpflichtet hatte, profimäßig agierten auch die Kulissenschieber vom schwarzen Bock. Wie durch Zauberhand erschienen eine Mauer (The Wall), die Sphinx (Pharaonenträume) oder vielarmige Leuchter (Amadeus). Folgerichtig bat Chorleiter Bergmann auch diese im Hintergrund wirkenden Mitarbeiter zur Schlussszene auf die Bühne. Ebenso wie die Kulissenbauer Karl-Heinz Habedank und Michael Werner, die sich freuten, auch einmal im Scheinwerferlicht zu stehen.

Zu einer Zugabe kam es am Ende des Programms übrigens nicht. Nach 27 Titeln waren nicht nur die Sänger erschöpft, sondern auch die zahlreichen, begeisterten Zuhörer, die die Darsteller mit Standig Ovations verabschiedeten. Die Sänger strömten anschließend zur Bar, um den Adrenalinspiegel nach der gelungenen Vorstellung herunterzufahren. viele Besucher halfen gerne bei diesem letzten Einsatz des Abends.

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