Sitzung der Senio kürzer denn je

Reinheim/Groß-Zimmern (bea) ‐ Bereits nach einer halben Stunde war sie beendet, die Sitzung des Senio-Verbandes am Donnerstagabend im Reinheimer Rathaus.

Zwei Tagesordnungspunkte wurden vertagt, dazu gehörte der Jahresabschluss 2008. Laut Steuerberaterin Marion Keil sei der zwar fertig, es stehe jedoch die grundsätzliche Entscheidung aus, nach welcher Verfahrensform künftig die Abschlüsse geprüft werden sollen. Bisher galten die Richtlinien für große Kapitalgesellschaften, die Senio will jedoch, dass die künftigen Prüfungen nach dem Gemeindewirtschaftsrecht für Eigenbetriebe vonstatten gehen. Die Verfahrensänderung wird derzeit mit dem Regierungspräsidium Darmstadt besprochen. Buchhaltungstechnisch sei auch das Jahr 2009 abgeschlossen.

Vertagt wurde auch das Positionspapier des Landkreises zur strategischen Ausrichtung des Senio-Verbandes. Einzig Klaus Scheuermann (Groß-Umstadt) verlangte eine Diskussion, konnte sich aber nicht durchsetzen.

Strittige Punkte sind vor allem der Punkt drei und fünf des Positionspapieres. In Punkt drei, erklärt der Landkreis, dass er ab 2010 keine laufenden Verluste der Gersprenz mehr übernehmen werde.

In Punkt fünf fordern die Vertreter des Landkreises, „dass die Stimmrechte in der Verbandsversammlung den Umlageanteilen entsprechen sollten“. Dies bedeutet für die kleinen Gemeinden, die bis jetzt mit zwei Stimmen pro Kommune ausgestattet sind, einen Stimmverlust, für den Landkreis und Groß-Umstadt eine Ausweitung (wir berichteten). Mit einer Gegenstimme und einer Enthaltung (Rainer Eder, Eppertshausen und Klaus Scheuermann, Groß-Umstadt) wurde der Wirtschaftsplan 2010 von der Verbandsversammlung verabschiedet.

Aufwendungen von knapp 2,5 Millionen Euro

Im Erfolgsplan stehen Erträge von gut 2,5 Millionen Euro Aufwendungen von knapp 1,9 Millionen Euro gegenüber.

Der Vermögensplan beinhaltet Deckungsmittel von 3,775 Millionen und Ausgaben von gut vier Millionen Euro. Für Kredite, die zur Finanzierung von Investitionen erforderlich sind, sind knapp drei Millionen Euro veranschlagt.

Aus dem Wirtschaftsplan resultieren auch die Umlagen, die die einzelnen Kommunen in diesem Jahr an die Senio zahlen müssen. Größter Einzahler ist dabei der Landkreis mit gut 400 000 Euro, gefolgt von Groß-Umstadt, dessen Umlage auf gut 300 000 Euro festgesetzt ist. Münster solle knapp 200 000 Euro, Groß-Zimmern knapp 190 000 und Eppertshausen gut 80 000 Euro zahlen.

Die anderen Kommunen, Fischbachtal, Groß-Bieberau, Otzberg und Reinheim sind insgesamt mit knapp 470 000 Euro dabei.

Der Baubeginn des Pflegeheimes in Groß-Umstadt, das sechs Hausgemeinschaften mit 72 Plätzen beherbergen soll, steht bald an. Das Gesamtvolumen von 7,5 Millionen Euro wird der Senio-Verband aus einem Landeszuschuss (1,5 Millionen), einem zinsfreien Landesdarlehen (vier Millionen ) und rund zwei Millionen Kommunaldarlehen finanzieren.

Alle drei Monate schwarze Zahlen in Groß-Zimmern

Den von den Verbandsvertretern beschlossenen Quartalsbericht der Gersprenz gGmbH gab es bei dieser Sitzung das erste Mal. Die erfreuliche Aufwärtstendenz der Pflegeheime setzt sich demnach fort, das erste Quartal wurde mit einem leichten Plus von gut 2000 Euro abgeschlossen.

Groß-Zimmern hat alle drei Monate des ersten Quartals 2010 mit schwarzen Zahlen abgeschlossen. Reinheim und Münster erwirtschafteten im Januar und März Gewinne, lediglich der Februar brachte Verluste.

Das einzige Heim, das nach wie vor rote Zahlen schreibt, ist Groß-Umstadt. Aber auch hier ist die Entwicklung der Auslastung erfreulich, 2010 lag sie in den ersten drei Monaten immer über 91 Prozent.

Reinheim liegt bei einer Auslastung von gut 98 Prozent, Münster um die 95 Prozent und die Einrichtung in Groß-Zimmern ist mit über 100 prozeniger Auslastung das am besten ausgelastete Heim des Gersprenz-Kleeblatts.

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