Konzert im Glöckelchen

Skiffle Ramblers mit Handgemachtem

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Die Skiffle Ramblers brachten ordentlich Stimmung ins Glöckelchen.

Groß-Zimmern - Heiße Stimmung herrscht im Glöckelchen. Eine Gruppe gestandener Männer auf der Bühne bringt den oberen Saal zum Kochen.

Die Skiffle Ramblers spielen mit viel Spaß ihre mitunter kuriosen Instrumente und schaffen es mühelos, ihre gute Laune auf das Publikum zu transferieren. „Das ist die Musik, die mich in meiner Jugend bewegte, auf den Tischen zu tanzen“, erinnert sich Gesine Görge-Bartsch, die aus Groß-Umstadt gekommen ist. Auf das Angebot, einen Tisch zu erklimmen, reagiert sie mit Lachen und abwehrend. „Das hier sind leider keine Biertische.“ Auch wenn keiner auf den Tischen tanzt, Bewegung kommt dennoch ins Publikum. Lisa Hagers Bein kann nicht stillhalten, es wippt im Takt der Musik mit und mitunter werden die Zuhörer auch zum Mitklatschen aufgefordert. Das ist manchmal eine echte Herausforderung, vor allem bei einem Song, der immer mehr Geschwindigkeit aufnimmt und die Mitklatscher am Ende lachend, aber auch stöhnend ob der Schnelligkeit, dankbar in normale Applaus-Geschwindigkeit zurück fallen lässt.

Viele englischsprachige Songs spielen Heinz-Jörg Schmieder, Rolf Bayer, Jürgen Krämer, Andreas Engelhard und Michael Gockel, der in Groß-Zimmern wohnt. Die Band gibt es schon seit 1980, damals waren die Männer Studenten der Fachhochschule Dieburg. Inzwischen haben die Musiker die 50 überschritten und sich in ihren jeweiligen Berufen etabliert. Musik ist und bleibt für sie jedoch mehr als ein Hobby, das sie aber nicht nur mit viel Vergnügen, sondern auch mit Professionalität ausüben. Nach einigen englischen Songs kündigt Engelhard ein deutsches Lied an, mit dem netten Refrain „Hallo Häschen, komm mit mir ins Bett, da machen wir es uns nett.“

Die Musikrichtung Skifflen ist in Nordamerika entstanden. „Wenn man eine ältere Gitarre beim Nachbarn im Keller entdeckt, ein paar Saiten aufzieht, zwei, drei Griffe lernt, und mit ein paar Kumpels loslegt“, so wird die Stilrichtung auf der Homepage der Skiffle Ramblers beschrieben. Charakteristisch sind folglich auch die Instrumente, die wenig kosten. So bedient Jürgen Krämer mit großer Virtuosität ein Waschbrett und ist zuständig für die Perkussion. Er kommt dabei mit einem winzigen Becken aus und nutzt sein Waschbrett für die Rhythmusfindung der Gruppe. Engelhard hingegen spielt auf einem Teekistenbass mit nur einer Saite. „Das teuerste an meinem Bass war die D-Saite für einen Kontrabass, die hat 80 Euro gekostet.“ Ansonsten kommen Gitarre, Piano, Akkordeon und Banjo zum Einsatz. Besonders an dieser Musikrichtung ist auch, dass der Gesang der Musiker oft mehrstimmig ist.

Das Publikum staunt, was die fünf Musiker aus ihren Instrumenten heraus holen, und geht voll mit. Mitunter gibt es auch leicht Sozialkritisches. Bauer Hermann etwa hat nicht nur einen neuen Trecker, Borstenvieh und Schweinespeck als Lebenszweck, sondern kämpft auch mit der Schweinepest, „BSE gibt ihm den Rest“. Insgesamt aber steht der Spaßfaktor im Vordergrund und die handgemachte Musik, die einfach gut rüberkommt.

bea

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