Sonntagseinkauf mit Adleraugen

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Als Häschen in rosa Plüsch-Kostümen verteilten die belmodi-Auszubildenden Melanie (17) und Mareike (21) bunte Ostereier.

Groß-Zimmern ‐ „Den können Sie mir zu Ostern schenken. Den Handschuh kauf` ich mir dann noch selbst“, sagt ein Besucher lachend und blickt fasziniert auf Steinadler „Hugo“, der im wahrsten Sinne des Wortes mit Adleraugen beobachtet, was um ihn herum passiert. Von Michael Just

Am Sonntagnachmittag gehörte der vier Kilo schwere Greifvogel mit Kollegin „Johanna“, einer Wanderfalkendame, zu den Attraktionen bei den Osteraktionen, die das Modehaus „belmodi“ organisiert hatte. Bei traumhaften Frühlingstemperaturen strömten zahlreiche Menschen in die Waldstraße und zu einem halben Dutzend weiterer Geschäfte, die zum verkaufsoffenen Sonntag einluden. Neben diversen Ständen von Hobbykünstlern, die mit ihrem Handwerk auf Ostern einstimmten, rückten die Vertreter des Ritterspektakels in den Mittelpunkt, die für ihren Auftritt am langen Osterwochenende warben.

Mit Schwertkämpfen, bunten Kostümen und einer kleinen Demonstration mittelalterlicher Lebensweise waren sie ein beliebtes Fotomotiv.

Zu den Attraktionen beim verkaufsoffenen Sonntag gehörte auch der vier Kilo schwere Greifvogel „Hugo“ mit Kollegin „Johanna“ (links), einer Wanderfalkendame. Die beiden werden auch über Ostern in Zimmern zu sehen sein.

„Dass Hugo bei diesem Rummel so cool auf meiner Hand sitzen bleibt, das geht nicht von heute auf morgen“, sagte Falkner Detlef Kotsch, der viele Jahre eine Vogelpflegestation hatte. An Hugo werde alles verfüttert, was mit Hähnchen zu tun hat. Ab und an wollte der mächtige Greif sich dann doch in die Lüfte begeben und hing bei diesem Versuch kopfüber an jenem Seil, das seinen Fuß mit dem Arm des 42-Jährigen verband. Im nächsten Moment gelang es dem Steinadler aber immer wieder, sich aufzuschwingen und so in die Senkrechte beziehungsweise auf den Handschuh des Falkners zurückzukehren. „Das würde ein wilder Vogel ebenfalls nicht machen“, erklärte der Experte.

Nur wenige Meter gegenüber verkaufte Christian Mayer (41) mit seiner Tochter die Handarbeitsprodukte seiner Frau: eine bunte Vielfalt aus Gestecken, Eierwärmern und Holzfiguren. Der Blick auf die Auslage verriet, dass die bessere Hälfte des Selbständigen recht emsig ist. „Das meiste macht sie beim Fernsehen. Beim Stricken guckt sie mehr nach vorne als nach unten“, lacht der Mann aus Hausen bei Elsenfeld. Nur bei den großen Holzfiguren, die Igel und Hase zeigen, und mit ihren „Willkommen-Schildern“ einen dekorativen Eingangsschmuck darstellen, hat Mayer selbst Hand angelegt, ausgesägt und verschraubt. Das Anmalen hat dann wieder seiner Frau übernommen. Was wäre ein Osterfest ohne Osterhäschen?

Dass die nicht immer vierbeinig sein müssen, bewiesen Melanie (17) und Mareike (21), die derzeit bei belmodi eine Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau machen. In ihren rosa Plüsch-Kostümen hatten sie für jeden ein bunt angemaltes Osterei parat. Während einige Besucher den Ostergruß dankend ablehnten, gaben sich andere nicht mit einem Ei zufrieden: „Einige wollen gleich noch eines für die Tochter, die Schwester oder den Onkel mitnehmen“, erzählten die Kostümträger.

Befragung, wie die Bürger ihre Gemeinde sehen

Den jungen Frauen kam am Wochenende noch eine weitere interessante Aufgaben zu: Für das Projekt „Leitbild Groß-Zimmern“ hatten sie einen Fragebogen parat und sammelten Stimmen, wie die Bürger ihre Gemeinde sehen.

Nach rund 30 Befragungen konnten sie bereits die ersten Ergebnisse präsentierten: Zufrieden zeigten sich die meisten Bürger mit der Anzahl der Arbeitsplätze, der Ärzte- und mit der Wohnsituation sowie dem Kindergarten- und Vereinsangebot im Ort. Gewünscht wurden hingegen von vielen bessere Busverbindungen und ein Einkaufszentrum mit Drogeriemarkt.

Die Verkehrssituation sei ebenfalls akzeptabel, nur mehr Zebrastreifen müssten für mehr Sicherheit her.

Das Gesamtergebnis der Befragung wird am Montag, 9. Mai, um 19.30 Uhr im Nachbarschaftszentrum am Festplatz vorgestellt.

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