„Wahnsinn“ in der Schreibwerkstatt

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Drei Schulen konnten mit einem Sonderpreis von 500 Euro nach Hause gehen.

Groß-Umstadt - Ein eher ungewöhnliches Publikum füllte die Stadthalle Groß-Umstadt am Donnerstagnachmittag. 250 Schüler aus dem halben Landkreis saßen an den Tischen und beobachteten ganz genau, was auf der Bühne vor sich ging. Von Ulrike Bernauer

Die Schreibwerkstatt war für die Präsentation der zahlreichen Arbeiten und Texte zum ersten Mal in die Stadthalle gezogen. In den Jahren zuvor fand die Veranstaltung immer im Forum-S der Sparkasse statt, die die „Schreibwerkstatt“ durch ihre Jubiläumsstiftung erheblich fördert. Erfreulicher Grund für den Umzug: in diesem Jahr hatten sich 22 Schulen und 68 Klassen an dem Projekt beteiligt, dessen Durchführung das Ehepaar Kerstin und Andreas Schiener leitete.

Mit dabei waren Schulen aus Groß-Zimmern, Groß-Umstadt, Dieburg, Eppertshausen, Münster, Babenhausen und Rodgau. Mit dem Thema „Wahnsinn“ sollten sich die Schüler von der ersten bis zur elften Klasse auseinandersetzen. Naturgemäß entstanden allein schon durch das Altersspektrum ganz unterschiedliche Arbeiten, die sowohl in einem Buch als auch auf DVD nachzulesen und zu hören sind. Einen Film drehten gar die Erstklässler der Umstädter Geiersbergschule, schließlich können sie noch nicht richtig schreiben.

Texte gab es dann ab der zweiten Klasse. Auf der großen Bühne las Leander von der Grundschule im Grünen seinen Text von der Weihnachtsmaus vor. Lukas Endlein, dritte Klasse der Dieburger Gutenbergschule, träumte davon, dass er mit seinem Bett über eine Schule aus Schokolade flog. Kimberley Knebel, fünfte Klasse der Zimmerner Albert-Schweitzer-Schule, erzählte in ihrem Gedicht vom Sparkassenwahnsinn wie sich der Geldautomat in einen Süßigkeitenautomat verwandelt. Ein Gedicht über den Eulenwahnsinn trug Jordis Glawion (vierte Klasse der Babenhäuser Schule im Kirchgarten) vor. Die Schule beteiligte sich mit 30 Beiträgen an der Schreibwerkstatt.

„Wahnsinnig“ fand Sparkassendirektor Manfred Neßler, auf wie viel Ideen die jungen Teilnehmer gekommen waren. Anspruchsvolle Texte gab es von den älteren. So setzte sich Anna Bonnet, elfte Klasse der Nell-Breuning-Schule in Rödermark, mit dem Ideenfindungs- und Schreibprozess auseinander und kam zu dem Fazit: „Schreibwettbewerbe sind die Hölle und bestimmt nur da, um Menschen wie mich zu quälen.“ Das sahendie meisten Schüler glücklicherweise anders und auch Bonnet kann mit ihrem Textsehr zufrieden sein. Für so manchen Schüler gab die Teilnahme bestimmt Anstöße, sich weiter mit dem Schreiben zu beschäftigen. Mit in ihre Schulen nahmen alle das dicke Buch mit den Texten und die CD.

Unter dem Motto „Sprechen fürs Hören“ hatten Viola Schad und Jochen Schnur die Projektarbeit begleitet. In einzelnen Sequenzen aus der Audio-CD zeigten sie auf, mit wie viel Engagement und Kreativität die Kinder bei der Sache waren. Viel Applaus fand auch der Film der Erstklässler. Ganz besonders mutig zeigten sich die beiden Viertklässlerinnen der Geiersbergschule, Marlene Schulte-Beckhausen und Marina Tsiavikou. Sie interviewten Sparkassendirektor Neßler und Landrat Klaus-Peter Schellhaas. Dafür durften sie dann auch beim mit Spannung erwarteten Schlusspunkt der Veranstaltung die Glücksfeen spielen. Sie verlosten an drei Schulen einen Sonderpreis. Jeweils 500 Euro gingen an die Zimmerner Albert-Schweitzer-Schule , die Münsterer Schule auf der Aue und die Oswald-von-Breuning-Schule aus Rödermark. Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung von Colin Schulte am Schlagzeug, Lars Holzapfel am Klavier und Mats Niepmann am Saxophon.

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