Kosten für Kindergarten bei 2,68 Millionen Euro

Sparsam auf Schotter parken

Diese Bauvariante mit rund 20 Parkplätzen gegenüber der Schule und in einer zu bauenden Stichstraße (rechts) hatte der Gemeindevorstand vorgeschlagen.

Groß-Zimmern - Seit geraumer Zeit sind die politischen Gremien der Gemeinde mit der Planung des neuen Kindergartens auf dem Festplatz beschäftigt. Am Donnerstag sollte im Planungsausschuss abschließend über Parkflächen entschieden werden. Von Gudrun Fritsch

Aber die Kosten machen den Parlamentariern Sorgen - und so beschlossen sie, trotz des Zeitdrucks, eine weitere Planungsvariante erstellen zu lassen. Bereits im Februar wurde der Vertrag mit der Arbeiterwohlfahrt (AWO) geschlossen, die in der neuen sechszügigen Kindertagesstätte auf dem Festplatz ab Sommer 2013 ein serviceorientiertes Betreuungsangebot für Kinder ab dem ersten Lebensjahr einrichten soll.

Mit 2,2 Millionen Euro dachte man damals, das notwendige Kontingent an Kitaplätzen aufstocken zu können, inzwischen hat sich die Rechnung auf 2,68 Millionen Euro erhöht. Vier Gruppen für unter Drei jährige (U3) und zwei für über Dreijährige (Ü3) sollen entstehen. Während die Gebäudeplanung im Wesentlichen beschlossene Sache ist (wir haben berichtet), blieb das Angebot an Parkplätzen auch diesmal offen.

Vier Varianten für die Verkehrsanbindung und Parkplatzgestaltung mit einer eigenen Straße zwischen Kita-Neubau und Wohnbebauung hatten Bauamtsleiter Klaus Keller und das Ingenieurbüro Reitzel erarbeitet und zusätzliche Kosten von rund 100 000 Euro berechnet. Bevor es an deren Besprechung ging, gab es herbe Kritik. Ex-Bürgermeister Dieter Emig (SPD), der als stellvertretendes Mitglied im Ausschuss war, argumentierte gegen die Schaffung so vieler Parkplätze: „Begünstigende Maßnahmen führen zu mehr Verkehr und nicht zu mehr Sicherheit“, betonte er. Die bereits jetzt kritische Hol- und Bring-Situation von Schülern in der Angelgartenstraße würde so nicht verbessert. Zudem wies Emig darauf hin, dass die Parkplätze eine freiwillige Leistung der Gemeinde seien und forderte, lediglich die sechs in der Stellplatzsatzung festgeschriebenen Flächen einzuplanen. Weitere sechs Stellplätze seien durch den Ausbau vom Jugend- zum Familienzentrum für den Platz rerserviert, wandte Keller ein. Man sollte die beiden Baustellen jedoch getrennt betrachten, mahnte Emig und schlug zudem vor, das Baufenster nach Süden in Richtung Bahntrasse zu verlagern, um an der Angelgartenstraße einen bis zu 15-Meter breiten Streifen zu schaffen, auf dem schräges Parken auf geschottertem Boden möglich wäre.

Bürgermeister Achim Grimm und CDU-Fraktionsvorsitzender Friedrich Faust betonten nochmals, dass für Eltern von U3-Kindern längere Verweilzeiten im Kindergarten erforderlich und kurze Wege sehr wichtig seien. Nachdem Keller bestätigte, dass der gepflasterte, als Straße geplante Streifen, durchaus für Stellplätze geeignet sei und auch Kurt Werdecker (FFA) die Ablehnung seiner Fraktion signalisierte, gab es zur Beratung eine Sitzungsunterbrechung. Danach war man sich einig: Bis zur nächsten Sitzung des Ausschusses am 18. Juni soll nun Emigs Vorschlag berechnet werden.

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