Mit speziellem Parcoursdesigner und „Meldestellen-Dinosaurier“

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Trotz der vielen Arbeit hat das Team beim Gastronomiedienst sehr viel Spaß.

Groß-Zimmern - Drei Tage Pferde, Reiter, Sonne satt, das Publikum ist begeistert. Alles stimmt, das Ambiente und die Veranstaltungen erfreuen die Zuschauer und Teilnehmer gleichermaßen. Doch wie sieht es hinter den Kulissen aus?+++Fotostrecke+++ Von Verena Scholze

Was bedarf es alles, um drei Tage Reitturnier-Betrieb auf die Beine zu stellen? Von Freitag bis Sonntag fand auf dem Vereinsgelände des Reit- und Fahrvereins Groß-Zimmern (RuF) ein Freiland-Turnier bis Klasse M, das Finale der Kreismeisterschaft des Reiterbundes Darmstadt-Dieburg, sowie ein Spring- und Dressurwettbewerb ebenfalls bis Klasse M statt.

Impressionen von den Reitturnieren

Reitturnier in Zimmern

Um einen reibungslosen Turnierbetrieb zu gewährleisten und aufrecht zu erhalten, begannen die Vorbereitungen bereits Monate vorher. „Sobald ein Turnier beendet ist, blicken wir schon auf das nächste“, berichtet die Vorsitzende Petra Krauß. „Da wir jedoch diese Turniere schon seit Jahren ausrichten, haben wir inzwischen viel Erfahrung. Allerdings wäre ein so großes Turnier ohne die vielen fleißigen Mitglieder und Helfer nicht zu bewältigen“, ergänzt Krauß.

Reiteridylle am Rande. Um alle entsprechend mit Futter und mehr zu versorgen und den reibungslosen Verlauf des Turniers zu ermöglichen, bedarf es sehr vieler Helfer und logistischer Meisterleistungen.

Neben den Vorbereitungen zur Gestaltung des Geländes müssen auch die großen Bereiche wie Parcoursplanung, Gastronomie und Meldebetrieb organisiert werden. „Unsere Planung beginnt rund vier Wochen vor dem Termin“, sagt Werner Parsczinski, der gemeinsam mit Jürgen Kahl die Organisation rund um das Gastro-Team übernommen hat. „Bereits zu dieser Zeit suchen wir die ersten Helfer, die die Schichten übernehmen“, erklärt Parsczinski. Erfahrungsgemäß läuft hier die Nachfrage schleppend an. Die meisten Helfer melden sich erst knapp drei Tage vor Turnierbeginn zu den Schichten. „Das liegt daran, dass viele der Mitglieder auch selber an den Start gehen und erst die Zeiteinteilung abwarten müssen“, weiß Kahl. Immerhin werden an den drei Tagen 18 Schichten mit je zehn Leuten abgedeckt, von denen einige Helfer sogar zwei oder drei unterschiedliche Schichten übernehmen. „An den Turniertagen werden mindestens 300 Kilo Kartoffeln und 500 Bratwürstchen verköstigt“, berichtet Parsczinski. Hinzu kommt die Kuchentheke, die mit selbstgebackenen Kuchenspenden der Vereinsmitglieder überwältigend bestückt ist. Auch die Zusammenarbeit mit dem Partyservice von Klaus Lautenschläger aus Babenhausen klappt problemlos. „Wir können uns auf das Angebot seit Jahren verlassen“, meint Parsczinski.

Auch Sportwart Friedrich Reinhard ist schon Wochen vorher gefordert. Als stellvertretender Parcoursdienst ist er für die Planung und Reinigung der Anlagen zuständig. So müssen die Grasflächen gemäht werden, um Parkplätze für die Teilnehmer bereit zustellen und die Sandböden der Spring- und Dressuranlagen werden überprüft. „Jeder Parcours wird für jedes Springen anders gestaltet“, erzählt Reinhard. Die Dauer des Umbaus ist mit knapp einer halben Stunde bemessen, wobei die Arbeit von zwei festen Parcoursmitarbeitern vorgenommen wird. Dazu stehen rund vier bis fünf weitere freie Helfer auf dem Plan, die sich am Umbau beteiligen. „Freitags sind erfahrungsgemäß weniger Umbauarbeiten nötig, anders am Samstag und Sonntag“, berichtet Reinhard.

Die Planung des Parcours liegt in den erfahrenen Händen von Spezialdesigner Ralf Hollenbach, der seit 1979 die Turnierflächen gestaltet und auch internationale Parcoure aufbauen darf. Seit über zehn Jahren übernimmt er für den RuF die Planung. „Zuerst mache ich mir handschriftliche Skizzen, die ich dann am PC innerhalb von vier bis fünf Stunden umsetze“, erklärt Hollenbach. Voraussetzung für die Planung ist die Turnierausschreibung und die Zeiteinteilung. „Wir hatten bis zum Turnierbeginn rund 1 000 Nennungen“, berichtet Krauß. „Diese gigantische Zahl macht die Zeiteinteilung natürlich sehr schwierig.“ Anhand der Leistungsprüfungsordnung, in der die Anzahl der Sprünge sowie deren Höhe und Breite für jedes Springen festgelegt ist, wird der Parcours gestaltet. „Das einmal etwas nicht passt, das darf nicht passieren“, erklärt Hollenbach. Steht der Ablauf eines Parcours erst einmal fest, wird daran nichts mehr geändert. „Nur durch äußere Umstände oder Einflüsse kann es einmal kurzfristig zu Veränderungen kommen“. Dann schreitet der Parcoursdesigner selber ein und nimmt vor Ort die nötigen Änderungen vor.

Meldestellen-Dinosaurier

Eine ganz wichtige Aufgabe hat Birgit Klarner inne. Klarner nennt sich selber schmunzelnd den „Meldestellen-Dinosaurier“, denn seit über 20 Jahren behält sie auch in stressvollen Zeiten den Überblick. „Die Meldestelle ist Anlaufpunkt für alle“, erklärt sie.

Bereits vier Wochen vor Turnierbeginn fängt die Aufstellung der Starterlisten anhand der Nennungen an. An den Turniertagen ist die Meldestelle dann eine Stunde vor und bis zu einer Stunde nach Reitbeginn geöffnet. „Heute war das erste Springen um acht Uhr und die Teilnehmer standen bereits um halb sieben hier“, erzählt Klarner. „Und das letzte Springen findet gegen 18 Uhr statt.“ Hinzu kommt das ständig klingelnde Telefon und die Anfragen, wo sich wer der Vereinsriege denn gerade befinde. Ein langer Tag für die freiwillige Helferin, die an allen drei Turniertagen den kompletten Dienst schiebt und gemeinsam mit wechselnden Helferinnen die Stellung hält.

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Neben den Überprüfungen der Meldungen des Starterfeldes sind die Damen auch für die Auszahlungen der Geldpreise zuständig. „Nachdem wir vor einigen Jahren auf PC umgestellt haben, ist die Arbeit einfacher geworden und wir können die Nachfragen schneller beantworten“, sagt Klarner. Aber auch die vielen anderen Helfer, die zwischendurch überall mit anfassen und Handreichungen erledigen, Pferde abreiten oder beruhigen, Sattel- und Zaumzeug überprüfen und Ställe ausmisten und kehren, Parkplatzdienste übernehmen, die Dienste an den Zeittafeln versehen oder Protokolle schreiben, jedes dieser Vereinsmitglieder hat großen Respekt verdient.

„Die Mitarbeit läuft bei uns schon seit vielen Jahren sehr gut“, freut sich Krauß und weiß, dass auch dieses Turnier dank vieler helfender Hände wieder ein voller Erfolg war.

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