Spielen, bis die Luft ausgeht

Geweihte Würzsträuße beim Straßenfest des KKM

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Das Jugendorchester des KKM hat die Gäste des Straßenfestes am Nachmittag musikalisch unterhalten.

Klein-Zimmern -  Der Katholische Kirchenmusikverein (KKM) ist ja eher für seine Blasmusik bekannt. Dennoch versprachen die Musiker beim Straßenfest am Samstag zu spielen, bis dem Schlagzeuger die Luft ausgeht.

Das sagte zumindest Jan Jasinski: „Wir blasen ja nur heiße Luft, der Schlagzeuger verwirbelt und verteilt sie dann.“ Die Damen und Herren des großen Orchesters waren bester Stimmung während das Jugendorchester am Samstagnachmittag auf dem Platz hinter dem Haus Barbara für die musikalische Untermalung der Gäste sorgte. Die Erwachsenen ruhten sich noch ein wenig aus, nachdem sie im festlichen Gottesdienst schon zu ihren Instrumenten gegriffen hatten.

Pfarrer Christian Rauch hatte den Gottesdienst in der katholischen Kirche gestaltet, der KKM und der Klein-Zimmerner Gesangverein sorgten für die musikalische Umrahmung. „Das haben sie beide hervorragend gemacht“, sagte Rauch nach dem Gottesdienst, er hatte sich beim Straßenfest festgesessen.

Die Kräutersträuße liegen auf dem Tisch dieser Besuchergruppe, die sich im Gottesdienst einen Würzstrauß hatten weihen lassen.

Der Pfarrer freute sich nicht nur auf den Auftritt des großen Orchesters an diesem Nachmittag und Abend, sondern auch schon vorausblickend auf den 18. November. Da wird der KKM noch einmal ein Konzert gestalten anlässlich des 50-jährigen Jubiläums des Baus der katholischen Kirche. Normalerweise kommen die Fans des KKMs nur in den Genuss des Frühjahrskonzertes und eben des Straßenfestes. Das heißt im Übrigen so, weil es früher auf dem gesamten Abschnitt der Gartenstraße zwischen dem Semder Pfad und der Schulstraße stattfand.

Rauch weihte im Gottesdienst auch die Würzsträuße. Die hatte vorher der Kultur- und Kerbverein gesammelt, traditionelle Kräuter- und Blütenpflanzen wie Schafgarbe, Sauerampfer, wilde Möhre und Getreide kamen in den bunten Strauß. Für 100 Sträuße musste der KuK weit durch die Natur um Klein-Zimmern streifen. Der Strauß sollte dann am höchsten Punkt des Hauses aufgehängt werden und von dort aus seinen Segen für ein Jahr nicht nur über dem Haus sondern vor allen Dingen seinen Bewohnern verbreiten.

Nach dem Gottesdienst strömten die meisten Besucher dann auf den Festplatz, wo sich zuerst die allerjüngsten Musiker des Vororchesters, gebildet aus der Bläser-AG präsentierten. Dafür, dass die Jungen und Mädchen erst seit zwei bis drei Jahren spielen, zeigten sie eine erstaunliche Auswahl an Stücken. Pfarrer Rauch freute sich in dem Zusammenhang auch über die gelungene Integrationsarbeit, drei der Kinder kommen aus Flüchtlingsfamilien aus Ghana und dem Iran und pflegen nun die deutsche Traditionsmusik.

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Das Jugendorchester, dirigiert von Thomas Martin, zeigte danach den halben Nachmittag, während die Gäste sich über Kaffee und Kuchen freuten, sein großes Repertoire. Wobei Martin nicht nur den Taktstock schwang, sondern auch mal hinter dem Schlagzeug verschwand. Die Jugendlichen sind routiniert genug, um auch mal ohne den Dirigenten direkt vor ihrer Nase klar zu kommen.

Das große Orchester trat dann am späten Nachmittag an und spielte bis in die Nacht hinein. Nachdem es im Gottesdienst die geistliche Musik gab, wurden die einzelnen Stücke nun nach Lust und Laune der Musiker und der zahlreichen Zuhörer ausgewählt. Von der klassischen Blasmusik bis zu Rock und Pop war alles dabei. Während die Tische am späten Nachmittag etwas locker besetzt waren – viele gingen nach Hause, holten sich wärmere Kleidung und kamen dann wieder, steppte dann am Abend der Bär, und die Gäste mussten auf den Bierbänken eher zusammenrücken. (bea)

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