Gemeinsame Fläche der Neubaugebiete Alte Ziegelei und Hinter dem Schlädchen

Spielplatz „halb-und-halb“ von Kindern besiedelt

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Groß-Zimmern - „Wupp!“ ertönt es von der einen Seite und lautes Lachen folgt, im Hintergrund kreischen ein paar Kinder und die Schaukeln schwingen hin und her, ganz ohne das übliche Quietschen. Von Gudrun Fritsch 

Der gemeinsame Spielplatz für die Baugebiete Alte Ziegelei und Hinter dem Schlädchen wird feierlich eröffnet. Zahlreiche Gemeindevertreter und Mitarbeiter, Planer und Anwohner sind am Donnerstag über die teils noch unfertigen Baustellenstraßen zum „halb-und-halb“-Spielplatz am oberen Rand der beiden Baugebiete gekommen. Schwer sind die Grußworte von Bürgermeister Achim Grimm und Planer Bernd Schnabel bei der Geräuschkulisse zu verstehen. Noch vor dem offiziellen Startschuss haben nämlich die Kinder den eben eröffneten Platz in Beschlag genommen. Das bedarf jedoch keines Kommentars, denn offensichtlich sind sich alle Anwesenden einig: Kinder sind laut, und das muss auch so sein. Im Gegenteil: man ist froh darüber, dass so viele junge Bewohner den Platz zu schätzen wissen und regelrecht auf die Eröffnung gewartet haben.

„Wupp-Wapp“ – Mit einem schnaufenden Blasebalg-Geräusch hebt und senkt sich der Boden der inklusiven Wippe.

Noch hat der Spielplatz auf der 700 Quadratmeter großen Fläche keinen Namen, weshalb ihn Bürgermeister Grimm zunächst als „halb-und-halb“ bezeichnet. Und noch wohnen in den neuen Häusern Hinter dem Schlädchen eigentlich keine Kinder, aber die Anwesenheit der vielen Kleinen bestätigt die große Nachfrage an einer gemeinsamer Spielfläche. Die Platzierung mitten im Neubaugebiet erweist sich also als stimmig. „Im Winter werden zwar sonst keine Spielplätze eröffnet“, sagt Grimm. „Aber den Bewohnern scheint die Jahreszeit zu liegen, schließlich haben wir hier vor wenigen Tagen unser zweites Straßenfest gefeiert“, sagt der Bürgermeister, der selber gleich neben dem Spielplatz wohnt. Auch seine beiden Töchter wohnen dort, und die hätten die letzte Zeit schon sehr intensiv gedrängt, der Platz solle endlich eröffnet werden. „Aber auch hier musste erst das Gras anwachsen“, sagt Grimm, bevor Planer Bernd Schnabel zu Wort kommt, der einige Zahlen und Daten sowie Informationen zur Bautätigkeit liefert. Insgesamt 167.000 Euro hat der Spielplatz schließlich gekostet, 123.000 Euro war der Stand nach der Auftragsvergabe. Geschuldet seien die Mehrkosten vor allem dem mit Bauschutt überladenen und ansonsten wasserundurchlässigen Untergrund. Folglich musste zur Entwässerung zunächst eine Drainage angelegt werden.

Ein Spielplatz für zwei Baugebiete: Zahlreiche Anwohner kamen zur Eröffnung am Donnerstag. Zufrieden ist Bürgermeister Grimm mit dem Platz in seiner Nachbarschaft.

Auch Schnabel spricht davon, dass ein solcher Spielplatz Gemeinsamkeit schaffe. Die solle durch verschiedene Sitzmöglichkeiten gefördert werden, von denen einige beschattet werden, wenn die Bäume gewachsen sind. Ihm ist zudem wichtig, dass hier nicht einfach „Spielgeräte von der Stange“ aufgestellt wurden, sondern dass zusätzlich „Raum für besondere Akzente“ war. Neben dem Kletterwald mit übereinander gelagerten Holzstämmen und Pfosten sowie dem angrenzenden Seilegarten mit Netzen und Angeboten zum Hangeln, Hüpfen, Balancieren und Rutschen stehen im Randbereich eine Spielhütte und natürlich die traditionellen Schaukeln, die an diesem Mittag kontinuierlich besetzt sind. Grün fehlt der Anlage wie anderen auch zwar im Winter, das soll im Frühjahr jedoch anders werden. Vier Laubbäume können dann für die Beschattung sorgen und als Abschirmung zu den Nachbargrundstücken wurden Pflanzstreifen aus Sträuchern angelegt.

Besonders gelobt werden von den zahlreich erschienenen Anwohnern auch die geschwungenen Ziegelstein-Mäuerchen, mit denen auf die Tradition der einst in der Nachbarschaft betriebenen Ziegelei verwiesen wird. „Sie sind sowohl Sitz- als auch Turnfläche“, sagt Schnabel.

Auch für ihn gibt es auf dem „halb-und-halb-Spielplatz“ eine Neuerung zu testen. „Die Gemeindevertreter hatten Wert darauf gelegt, dass ein inklusives Spielangebot geschaffen wird“, berichtet er. Das gibt es jetzt, in Form einer Rollstuhlwippe, die – wie in der Ausschreibung gewünscht – auch von nicht-behinderten Kindern eifrig bespielt werden kann. Und die benötigen dafür keine gesonderte Aufforderung. So rennen die Kleinen begeistert über den auf- und abschwingenden Boden des etwa fünf Meter langen Schlauchgangs, der sich bei Belastungsverlagerung jeweils mit einem schnaufenden „Wupp-Wapp“ hebt oder senkt.

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