Sprünge für das Herz

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Seilspringen ist gut für die Koordination und die Kondition. Diese beiden in der ersten Reihe beherrschen es schon gut und es macht ihnen sichtlich viel Spaß.

Groß-Zimmern - Übergewichtig ist keines der Kinder der 3d der Friedensschule. Dass bei einigen Schülern der „Kuhklasse“ die Bewegung trotzdem ein wenig zu kurz kommt, ist am Mittwoch in der Mehrzweckhalle auf den ersten Blick ersichtlich. Von Ulrike Bernauer

Vor allen Dingen einige Jungen haben beim Seilspringen echte Schwierigkeiten, sie bekommen die Koordination nicht hin zwischen den Händen, die das Seil drehen, und den Füßen, die zum rechten Zeitpunkt springen müssen.

Da kommt Frederic Meiß gerade richtig. Der Trainer der Deutschen Herzstiftung, der für die Aktion „Skipping Hearts“ arbeitet, will den Drittklässlern nicht nur die Technik beibringen.

Die Schüler, in der Hauptsache Schülerinnen, die das Rope Skipping, früher Seilspringen genannt, schon gut beherrschen, sollen neue Sprünge lernen und wieder Freude am Koordinations- und Ausdauertraining bekommen.

Hintergrund der Aktion der Deutschen Herzstiftung: weltweit ist jedes fünfte Kind übergewichtig, die Kleinen haben heutzutage zu wenig Bewegung.

„Einfach einen Ball nehmen und damit draußen auf der Straße spielen, so wie das früher war, das geht heute nur noch in den seltensten Fällen“, sagt Lehrer Ralph Wiedekind. Die Kinder verbringen heute viel mehr Zeit vor dem Computer als beim Spielen im Freien.

Meisten kommen mit dem Seil gut zurecht

Dass in seiner Klasse kein übergewichtiges Kind ist und die meisten doch relativ gut mit dem Seil zurecht kommen, führt Wiedekind auch auf die Angebote der Sportvereine in Zimmern zurück. Erstaunt ist er nur, dass viele der guten Fußballer in seiner Klasse mit dem Seil so gar nicht klar kommen. „Früher gehörte das Seilspringen auch zum Aufwärmtraining im Fußballverein, das scheint heute nicht mehr so zu sein“, so Wiedekind.

Trainer Meiß hat die Kinder langsam an die Sprünge heran geführt. Komplizierte Folgen wie der „Side Straddle“, bei dem abwechselnd mit gegrätschten und geschlossenen Beinen gesprungen oder das Seil mit verschränkten Armen geschwungen wird, sind erst später dran. Einen Doppler haben nur vier Kinder der Klassen geschafft. Mit einem Sprung müssen dabei zwei Umdrehungen des Seils übersprungen werden.

Den richtigen Moment abpassen

Für viele ist auch das lange Seil eine echte Herausforderung. Lehrer Wiedekind und Sabine Ullrich, Trainerin beim Turnverein, die sagt: „ich will mir für unser Training ein paar Ideen abschauen“, schwingen im Takt. Die Kinder müssen den richtigen Moment abpassen und in das schwingende Seil hineinlaufen, einige Sprünge absolvieren und wieder raus gehen. Nach einiger Vorübung klappt es bei allen und danach geht es an die Generalprobe.

Nach zwei Stunden Springübungen bekommt die Kuhklasse Zuschauer. Die anderen Schüler der Friedensschule und einige Eltern sind in die Mehrzweckhalle gekommen und schauen sich an, was ihre Mitschüler gelernt haben. Anschließend dürfen alle selbst ausprobieren, wie gut sie das Seil beherrschen.

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