Stallpflicht in ganz Hessen endgültig aufgehoben

Scharren, picken, Eier legen

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Gefahr gebannt, vorerst zumindest: Die Gänse von Bauer Mann in Groß-Zimmern dürfen sich wieder im Freien aufhalten.

Groß-Zimmern - Private und gewerbliche Geflügelzüchter in Groß- und Klein-Zimmern können ihren Tieren wieder freien Lauf lassen: Die Stallpflicht wegen der Vogelgrippe ist endgültig aufgehoben. Von Ralf Enders

„Ich weiß, dass die zurückliegenden Monate für Mensch und Tier nicht leicht waren“, sagte die hessische Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) an diesem Donnerstag in Wiesbaden. Der Anlass für die verständnisvollen ministeriellen Worte: Hinz hat die Stallpflicht für Geflügel für ganz Hessen aufgehoben, auch in den sogenannten Risikogebieten wie rund um den Reinheimer Teich, in das auch Groß- und Klein-Zimmern fielen. Damit darf das Federvieh auf den landwirtschaftlichen Betrieben wie beim Bauer Mann in Groß-Zimmern oder auf dem Birkenhof in Klein-Zimmern wieder das machen, was es am besten kann: im Freien scharren und picken. Aber auch private Geflügelzüchter können ihre Tiere wieder auf Ausstellungen zeigen.

Ende März war die Stallpflicht in Hessen erstmals aufgehoben worden, allerdings nicht in den sogenannten Restriktionsgebieten wie dem Reinheimer Teich, der als Sammelplatz für Wasser- und Wildvögel gilt. Somit mussten zum Beispiel auf dem Birkenhof 12 000 Bio-Legehennen im Stall bleiben. Landwirt Thomas Schaffer und sein Geschäftspartner Norman Jaensch hatten mit allerlei Maßnahmen versucht, den Tieren dennoch ein artgerechtes Leben zu ermöglichen und die Bio-Qualität aufrechtzuerhalten. Jetzt aber können die Hühner auf den großen Wiesen rund um den Birkenhof wieder frei laufen.

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Der „Infektiosndruck“, wie Ministerin Hinz sagte, habe sich entscheidend verringert, weil sich die Witterung geändert habe und der Frühjahrsvogelzug weitgehend abgeschlossen sei. „Wichtig bleibt allerdings die konsequente Einhaltung der Bio-Sicherheitsmaßnahmen. Dies ist unabhängig von der Stallpflicht der beste Schutz vor einer Einschleppung der Vogelgrippe“, appellierte die Ministerin an die Geflügelhalter. Sie kündigte eine Überprüfung der Bio-Sicherheitskonzepte großer kommerzieller Geflügelhaltungen in Hessen an. Diese soll in Form einer engen Zusammenarbeit der „Task Force Tierseuchenbekämpfung“ mit den örtlichen Behörden, dem Tiergesundheitsdienst Geflügel an der Justus-Liebig-Universität in Gießen sowie den betreuenden Hof-Tierärzten erfolgen. Ziel sei es, die Tierhalter „zu sensibilisieren“. Der Vogelgrippe-Erreger sei immer noch vorhanden und können auch wieder aktiv werden.

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