Sternsinger mit Kreide und Klebestreifen unterwegs

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Bevor die Sternsinger von Haus zu Haus ziehen, werden sie selbst in der Kirche gesegnet.

Groß-Zimmern ‐ Nicht nur in Groß-Zimmern waren sie in den letzten Tagen wieder unterwegs. Bundesweit zogen die Sternsinger von Haus zu Haus, erfreuten die Menschen durch ihre Lieder und brachten den Segen für das Jahr über der Haustür an.  Von Ulrike Bernauer

„20* C+M+B+10“ schreibt Mareike mit Kreide auf den Türsturz oder klebt den Text in der moderneren Variante ausgedruckt an. „Auf den moderneren Türen hält die Kreide nicht. Deshalb gibt es seit einigen Jahren die Klebestreifen“, sagt Gemeindereferentin Jutta Moka. Sie räumt auch mit einem Irrtum auf, „Christus mansionem benedicat“ bedeutet „C+M+B“ und nicht Caspar, Melchior und Balthasar.

Ohne den Segen und die Gnade Gottes möchte Karola Thomann nicht durch das Jahr gehen. Die 93-Jährige bestellt sich immer die Sternsinger ins Haus und freut sich über die fünf jungen Sänger. Gerührt lauscht sie den Liedern und Segenssprüchen, die Annika, Antonia, Darya, David und Joshua aufsagen. Neben dem Geldschein, den die alte Dame in die Sammeldose steckt, bekommen die Sternsinger noch ein paar Süßigkeiten. „Wir sind eine christliche Familie und warten am Jahresanfang immer schon auf den Segen“, erklärt Thomann.

Noch etliche Adressen haben die fünf Kinder zwischen sieben bis elf Jahren auf ihrer Liste.

Pamela und Mareike sind früher selbst als Sternsinger gelaufen, geben nun aber als Ältere und als Betreuerinnen der kleinen Gruppe sozusagen das Kommando. Neben etlichen Privathaushalten, an denen sie noch klingeln, besuchen sie auch das Rathaus. Da Bürgermeister Achim Grimm noch im Urlaub ist, kommt der erste Beigeordnete, Hans Wichmann, in den Genuss der Segenswünsche und darf einen Schein in die Büchse stecken.

Nächste Station ist der katholische Kindergarten. Hier heißt es für die Gruppe kurz warten. Der Turnraum muss erst aufgeräumt werden, damit alle Kinder Platz nehmen können. Interessiert betrachten die Kleinen die bunten Kostüme der Sternsinger. Über den Weihrauch sind die Meinungen geteilt. Während eine Erzieherin sagt: „Oh, ihr verbreitet guten Duft“, findet einer der Kleinen ganz entschieden „das stinkt“. Eine Runde Plätzchen gibt es noch für alle und schon müssen die Sternsinger wieder in die Kälte. wohlweislich sind sie dick eingemummelt, die Turbane und farbenprächtigen Kostüme schützen zusätzlich. „Wir haben einen regelrechten Fundus an Kostümen, der reicht für gut 40 Kinder“, sagt Moka. So viele sind es in diesem Jahr nicht. 15 Kinder ziehen mit dem Stern von Haus zu Haus. Das sind weniger als in den vergangenen Jahren. Ein Trend, den Moka auch in anderen Gemeinden beobachtet hat.

Schon im Dezember gab es für die Anwärter auf die Könige und den Sternträger ein Vorbereitungstreffen. Einen Film über den Senegal konnten die Kinder sehen, das afrikanische Land ist in diesem Jahr das Beispielland. Ein typisches afrikanisches Spiel wurde gespielt und ein Quiz gemacht. Schließlich sollen die Sternsinger wissen, warum sie sich auf die Straße begeben. Die Spenden werden beim Kindermissionswerk in Aachen gesammelt und dann in verschiedenen Ländern, nicht nur im Senegal, an Projekte verteilt, die Kinder unterstützen. Erstaunliche Summen kommen dabei zusammen, startete die Sternsingeraktion 1959 mit rund 100 Pfarrgemeinden und einem Sammelergebnis von 90 000 Mark, so beteiligten sich 2009 gut 12 000 Gemeinden mit einem Ergebnis von knapp 40 Millionen Euro.

Verfroren aber glücklich trudeln die Gruppen gegen 12 Uhr nach und nach im Gemeindezentrum ein. Jetzt wird sich erst mal aufgewärmt und es gibt Würstchen. Nach der Pause geht es noch einmal los.

Einen würdigen Abschluss fand die Aktion am Sonntag mit einem besonderen Gottesdienst.

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