Seit viereinhalb Jahren fährt Monika Lohe Bürgerbus

Am Steuer für das Ehrenamt

Die einzige Frau im Team der Bürgerbus-Fahrer ist Monika Lohe (im Bild mit Maria Heyland und Margarete Grohe). Für sie ist die Hilfe am Nächsten in den letzten viereinhalb Jahren fast zu einer Leidenschaft geworden. Foto: Just

Groß-Zimmern - „Ich habe gar nicht gewusst, was das für eine tolle Einrichtung ist. “ Diesen Satz hört Monika Lohe oft, vor allem wenn das Fahrtziel „Krankenhaus Groß-Umstadt“ heißt. Von Michael Just

Die 63-Jährige gehört zum sechsköpfigen Fahrerteam des Bürgerbuses. Seit Mai 2010 bietet die Gemeinde diesen Service als Ersatz für das Anruf-Sammel-Taxi an. Für kleines Geld (zwei Euro) lässt sich innerhalb der Gemeinde mit dem Bus überall hinkommen, darüber hinaus zum Kaufland und in die Kreisklinik nach Groß-Umstadt.

Meist handelt es sich um Arztbesuche, Friseurtermine, Einkaufsfahrten oder Ausflügler. Die Fahrgäste werden von zu Hause abgeholt und an ihr Ziel gebracht.

Unter dem Motto „Bürger fahren für Bürger“ agieren alle Fahrer ehrenamtlich. Bei fünf Fahrttagen in der Woche (8 bis 16 Uhr) werden deshalb immer wieder Kollegen gesucht.

Das ist auch jetzt der Fall: „Wir würden uns freuen, noch ein paar Fahrer und somit Verstärkung zu finden“, sagt Projektleiter Manfred Jung von der Gemeinde.

Wer Interesse hat, dem wird jede gewünschte Freiheit eingeräumt. Die Fahrtzeiten sind jedem selbst überlassen. Diese Freiheit nutzt auch Monika Lohe, die bisher die einzige weibliche Fahrerin ist.

Sie setzt sich alle zwei Wochen mittwochs hinter das Steuer. Schon seit viereinhalb Jahren macht sie das. Stress kennt sie nicht, in der Regel hat sie zwischen zwei und fünf Fahrten am Tag. Das Klientel sind meist die Kleinen vom Kindergarten oder gehbehinderte Personen. Da alle Strecken - bis auf Groß-Umstadt - innerhalb der Gemeinde liegen, lassen sich die kurzen Fahrten problemlos bewältigen. Dass ehrenamtlich gefahren wird, stört Lohe nicht: „Das ist ja der Sinn der Sache. Damit tue ich quasi etwas Gutes, einen Dienst an der Gesellschaft.“

Die Zeit für ihr kleines Engagement nimmt sich die Kosmetikerin zweimal im Monat gerne, obwohl sie noch berufstätig ist, sich um ihre Pferde kümmern muss und auch das Enkelkind nicht vernachlässigen will. „Eine große Portion Spaß bringt die Sache auch, erst recht wenn man gerne Auto fährt“, fügt sie hinzu. Der kleine Bus fahre sich problemlos und komme einem Pkw gleich. Vor allem die älteren Menschen bringen Lohe oft viel Dankbarkeit und ein langes Händeschütteln entgegen. So ist mit dem Fahren des Bürgerbusses etwas Hilfreiches und darüber hinaus noch eine Portion Spaß verbunden.

Für Lohe ein Grund, weiter am Steuer zu bleiben: Derzeit ist für mich noch kein Ende absehbar“, sagt sie lachend.

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