Streuobstwiesenfest der NABU Klein-Zimmern

Der Apfel ist der alleinige Star

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Ein guter Tipp für jeden Apfel-Fan, der beim Fest oft ausprobiert wurde: die praktische Apfelschneidemaschine.

Klein-Zimmern - Cox Orange, Elstar oder Gloster: Das sind nur drei von vielen leckeren Apfelsorten, die auf der Streuobstwiese der Familie Oesswein in Klein-Zimmern wachsen. Vorbei am Klein-Zimmner Friedhof, liegt die idyllische Wiese linker Hand auf einer kleinen Anhöhe. Von Julia Glaser 

Einmal im Jahr feiert der NABU Groß-Zimmern dort sein Streuobstwiesenfest.

„Im Frühjahr machen wir hier immer einen Obstbaumschnittkurs“, erklärte Dr. Lothar Jacob, der 1. Vorsitzende des Vereins beim Fest am Samstag. „Beim Kelterfest im Spätsommer können wir dann immer sehen, wie sich die Bäume entwickelt haben“. Auch wenn noch andere Obstsorten auf der Wiese wachsen, drehte sich bei der Veranstaltung fast alles um den Apfel: Es gab leckeren Apfelkuchen, frisch gekelterten Apfelmost und mit einer Apfelschneidemaschine ließen sich die knackig-süßen Früchte blitzschnell schälen und in Ringe schneiden. „Mit der Apfelernte selbst sind wir in diesem Jahr im Großen und Ganzen zufrieden“, sagte Lothar Jacob.

Die Kelter bediente am Streuobstwiesenfest der 2. Vorsitzende des NABU Groß-Zimmern, Herbert Pietsch. Nachdem die Helfer fleißig gesammelt hatten, wurden die Äpfel vorher aber erst in einer Wanne von Staub und grobem Dreck befreit. Danach kamen sie in den „Musermax V“, einen Apfelhäcksler. Die zerkleinerte Apfelmasse füllte Herbert Pietsch dann in einen Sack in der Kelter und legte zwei Holzplatten darauf. Über ein Gewinde drückte er die Platten nach unten und presste dadurch den Saft aus der Apfelmasse. Der frische Most, der in Hessen „Süßer“ heißt, floss aus einer Öffnung vorne aus der Kelter – und wer wollte, konnte direkt sein Glas darunter halten und den frischen Saft kosten. Man konnte aber auch warten, bis der Most durch ein grobes Tuch in einen Kanister gefiltert wurde und dann erst probieren. Am Streuobstwiesenfest gab es dieses Mal Most aus den Sorten Kaiser-Wilhelm, Gloster und Cox Orange, sortenrein und gemischt.

Selbst gemachter Most

Um die Kelter herum unterhielt man sich über die Herstellungsverfahren des Mosts, die besten Apfelsorten dafür und die Tradition des Kelterns selbst. „Früher haben die Kneipen ihren Apfelwein noch meistens selbst gemacht“, erinnerte sich Lothar Jacob. „Das ist leider dramatisch zurückgegangen“, bedauerte er.

Während man sich Most und Apfelkuchen schmecken ließ, konnte man den Geschichten von Autor Hans-Josef Rautenberg zuhören, der ein regelmäßiger Gast der Veranstaltung ist. Er trug drei Kurzgeschichten vor, die zum Nachdenken anregten, bei denen man aber auch herzhaft lachen konnte. Sein Veranstaltungstipp: „Bücher und Menschen – Szenische Lesung rund um Bücher und die Menschen, die sie lesen“ am 17. Oktober ab 19.30 Uhr in der evangelischen Kirche in Groß-Zimmern.

Herbstlicher Familienspaziergang

Die nächste Veranstaltung des NABU Groß-Zimmern liegt zwar noch einige Tage in der Zukunft, aber man kann sie sich ja schon einmal in den Kalender eintragen. Am 1. November lädt der Verein zum herbstlichen Familienspaziergang ins Messeler Hügelland ein. Treffpunkt ist um 14 Uhr an der Waldschule. Mehr Infos über den NABU gibt es auf www.nabu-gross-zimmern.de.

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