Störche im selbstgebauten Horst

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Wer selber keine weiten Spaziergänge mehr unternehmen kann, freut sich um so mehr über große Bilder von der Natur. Die Senioren waren begeistert von der Dia-Show des NABU.

Groß-Zimmern ‐ Was konnte besser zu dem winterlichen Adventswochenende passen als ein gemütlicher Jahresrückblick? Gemeinsam ausgerichtet vom Team um Franz-Josef Partsch vom Seniorenheim Gersprenz und dem NABU Groß-Zimmern, fand die traditionelle Veranstaltung „Bilder des Jahres 2010“ im kürzlich statt.

Der Vortragsraum in der Einrichtung im Otzbergring war fast zu klein für die zahlreichen Zuschauer der Bilderschau rund um Naturschutzthemen. Sie ist für viele die Möglichkeit, einen Ausflug in die Natur rund um Groß-Zimmern zu unternehmen, und dies bequem bei Kaffee und Kuchen.

Die NABU-Aktiven wählten aus über 3 000 Bildern etwas mehr als 200 Bilder aus, um die schönsten und interessantesten Augenblicke des Jahres 2010 zu präsentieren. Dabei wurde betont, dass es bei vielen Aufnahmen auch darum gehe, einen Überblick über die im Bereich Groß-Zimmern vorkommenden Tiere und Pflanzen zu erhalten und Veränderungen zu dokumentieren. „Nur was man kennt und erkennt, vermisst man, wenn es nicht mehr zu finden ist“, erläuterte Lothar Jacob vom NABU.

Höhepunkt: die Storchen-Story

So wurde auch das ein oder andere Augenmerk auf Dinge gelegt, die man gerne übersieht. Dies kam bei den externen Besuchern und den Bewohnern des Seniorenheims, die diesmal in starker Faktion vertreten waren, sehr gut an. Besonders begeistert zeigten sich die Zuschauer von den Großaufnahmen, auf denen Schmetterlinge oder Blüten heimischer Wildkräuter abgelichtet waren. Ein Höhepunkt war mit Sicherheit die „Storchen-Story“, denn 2010 brütete seit etlichen Jahren endlich wieder ein Storch innerhalb der Groß-Zimmerner Gemarkungsgrenze.

Während wir in den vergangenen Jahren zwar erfolgreiche Bruten im gesamten Kreisgebiet hatten“, so Jacob, „gab es in diesem Jahr ein echtes Zimmerner Storchenpaar, und zwar mit einem selbst gebauten Nest auf einer vom Sturm abgebrochenen Pappel.“ In den vergangenen Jahren diente ja der Groß-Zimmern am nächsten gelegene Storchenständer im Hehnes auf dem Gebiet der Nachbargemeinde Semd als „shooting“-Platz für die meisten Storchenbilder.

Termin für nächstes Jahr steht schon fest

Mit dem zusätzlichen Brutpaar lässt sich die Gesamtentwicklung in Hessen unterstreichen: Im guten Storchenjahr 2010 zogen mindestens 180 Storchenpaare ihre Jungen auf, eine erfreuliche Tendenz. Dass es auch Wermutstropfen bei der Bestandsentwicklung gibt, wurde bei den Bildern mit Kiebitz, Gebirgsstelze und Turmfalke angesprochen.

Auch die ausgebliebene Brut der Schleiereule in der Gemeinde - und das in einem mäusereichen Jahr - wurde thematisiert.

Am Ende des Bildervortrages wurde aufgrund der sehr guten Resonanz gleich ein Termin für das nächste Jahr ausgemacht. Auch dann soll es wieder einen Rückblick geben, hoffentlich auf eine für den Naturschutz positive Jahresbilanz.

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