Gute Laune und keine Spur von Politikverdrossenheit beim SPD-Neujahrsempfang

„Streiten, aber keine Feinde sein“

Ehrenschriftführer Heinrich Held engagiert sich seit 50 Jahren in der SPD.   J Fotos (2): Friedrich

Groß-Zimmern. „Der Papst trat zurück, Merkel wurde abgehört und Nelson Mandela starb“, ließ die Kreisbeigeordnete Rosemarie Lück im Glöckelchen Ereignisse der großen Bühne Revue passieren. Von Ursula Friedrich

Was tat sich 2013 im Kleineren? „Wir hätten gerne die Landesregierung abgelöst“, kommentierte Lück in ihrer Rede beim Neujahrsempfang des SPD-Ortsvereins den Ausgang der Landtagswahlen.

Für den Landkreis zog mit Manfred Pentz ein Unionsmann in den Landtag ein - SPD-Herausforderer Oliver Schröbel hatte das Nachsehen. Politikverdrossenheit war ein strapazierter Begriff, „egal ob schwarz, rot, grün oder gelb – es wurde viel geschimpft“, sagte der SPD-Ortsvereinsvorsitzende Stefan Fröhlich beim feierlichen Empfang der Genossen. Er betonte: „Politik trägt maßgeblich zum Wohl unserer Gemeinde bei.“ Fröhlich lobte die Streitkultur unter den Zimmerner Fraktionen – einem sachlichem Streit folge durchaus ein gemeinsamer Ausflug an den Biertresen. „Streiten, ohne Feinde zu sein“, wolle er sich daher auf die Fahne schreiben. Er rief dazu auf, bei der „wichtigsten aller Wahlen, der Europawahl am 25. Mai 2014“, zur Urne zu gehen.

Lokal sei bei der SPD die Verjüngung der Partei ein wichtiges Ziel. Zweite Herausforderung: Der Erhalt des Zimmerner Hallenbads. Das Haushaltssicherheitskonzept benannte Fraktionschef Dieter Hader als zentrales Thema, um Groß-Zimmern sukzessive aus den roten Zahlen zu manövrieren. Ein Eckpfeiler der kommunalen Kinderbetreuung wird die Eröffnung der neuen Kindertagesstätte in der Angelgartenstraße sein. „Kinderbetreeung ist weiterhin eines unserer Zukunftsprojekte“, so Fröhlich. Wichtige Zukunftsthemen sind für die Genossen der Baubeginn beim Gebiet „Im Schlädchen“ sowie die Sanierung der Max-Planck-Straße.

Mit großem Interesse wird außerdem das Ergebnis der Machbarkeitsstudie zur Wiederbelebung der Straßenbahn von Groß-Zimmern nach Darmstadt erwartet.

Die Agenda für den Landkreis trägt nach dem Gusto Lücks die Überschrift „Soziale Gerechtigkeit/Chancengleichheit“. In diesem Kontext sind die Themen Bildung, Betreute Grundschule und das Schulbauprogramm zu sehen, die 2014 fortentwickelt werden sollen.

Eine Herausforderung wird es sein, die Menschen aus kriegsgebeutelten Regionen aus aller Welt im Landkreis zu integrieren. 400 Flüchtlinge wurden im Vorjahr aufgenommen, „und es werden mehr“, so Lück. „Unsere Aufgabe ist es, diesen Menschen eine Unterkunft zu bieten und sie zu integrieren.“ Etwa zwei Drittel der Asylbewerber blieben. Ohne diese Zuwanderung sei die Gesellschaft ärmer, und kleiner, sagte Lück. Die Debatte um die befürchtete hohe Armutszuwanderung habe aktuell im Landkreis keinen Nährboden. „21 Prozent der Landkreisbewohner haben einen Migrationshintergrund“, so die Kreisbeigeordnete. „Und diese Vielfalt sichert uns, was wir in den letzten Jahrzehnten geschafft haben.“

Besondere Treue zur Partei wurde mit Ehrungen von der SPD-Spitze gewürdigt. Für seine Verdienste während 50-jähriger Parteizugehörigkeit wurde Ehrenschriftführer Heinrich Held gedankt, auch Werner Seib besitzt seit 50 Jahren das Parteibuch. Jeweils 40 Jahre gehören Waltraud Buxbaum, Karin Seib und Gerhard Büttner der SPD an. Reinhold Liebenstein wurde für 25 Jahre, Frank Wiedemann und Catrin Geier für jeweils zehn Jahre Parteitreue geehrt.

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