Stürmische Feier mit Segen von oben

Glücklich steigen Kerbmädchen Nina Hillerich und Mundschenk Daniel Simon die Leiter hinunter.   J Foto: Fritsch

Groß-Zimmern - Regen und Sturm konnten der Feierlaune am Wochenende nichts anhaben. Bei der Kerbübergabe am Freitag, der Abholung von Bobbe Annabell sowie der Party am Samstag, wie auch beim Umzug und der Kerbredd am Sonntag waren jeweils tausende Menschen unterwegs. Von Gudrun Fritsch

„Wir haben alle 2800 Eintrittsbändchen verkauft. Mehr geht nicht“, berichtete Thomas Beutel am Samstagabend. Dass die Party auf dem Roten Platz und der Besuch in der Halle Eintritt kosten, dient nicht nur als feste Einnahmequelle. Vor allem müssen die Organisatoren für die Sicherheit der Besucher sorgen und die ist den Ordnungshütern zufolge bei mehr 2 800 Personen nicht mehr zu gewährleisten.

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Kerb in Groß-Zimmern

Besornigserregend war es schon, als am Samstagabend eine lange, drängende Warteschlange in der Jahnstraße noch um Einlass begehrte, als bereits alles ausverkauft war. „Anscheinend haben die Leute Nachholbedarf, weil das Doarschdefest in Münster und andere ausgefallen sind“, mutmaßte Kerbikone Beutel. Zwar wurde hier und da versucht auch ohne Bändchen hinter die Absperrung zu kommen, aber im Großen und Ganzen seidie Feier friedlich gewesen, berichtete Beutel am Sonntag bei der Abholung von Kerbmädchen Nina Hillerich.

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Kerbumzug und Verbrennung

„Mer zirrern die Knie, äwwer ich bin bereit!, kündigte die 19-Jährige nicht nur den Massen vor ihrem Elternhaus in der Rathenaustraße an. Im Vorfeld hatte die Abiturientin tatsächlich großes Lampenfieber. „Dass die Kerbborschte mich ausgewählt hatten, davon wurde ich überrascht“, erzählte sie. Am 1. Mai wurde sie gefragt. Für die kerbbegeisterte Abiturientin, die 2011 das Fest mit ihrem Freund Massimo Sardo hautnah erlebte, stand sofort fest „das ist eine Ehre!“.

Ganze Familie mit Begeisterung dabei

Schon als kleines Kind habe ich mit meiner Oma immer im Bett den Kerbmarsch gesungen“, so Hillerich. Die ganze Familie ist mit Begeistterung dabei, aber besonders für die Oma, die „Obmanns Gisela“, freut sich für die Enkelin. Die heute 65-Jährige war seinerzeit als Kerbmädchen auserkoren. Doch dann verstarb ihr Vater und sie musste zurücktreten.

Schön schaurig, aber immer guter Stimmung waren die Handballerinnen beim Kermumzug.

„Ich war immer bei der Kerb dabei. Am Samstag habe ich zum ersten Mal die Party verpasst“, erzählte das Kerbmädchen, das zu dieser Zeit heimlich den Ausstieg aus dem Fenster übte. Die Abholung der Kerbpuppe wollte sie sich jedoch nicht entgehen lassen. Incognito und mit Lockenwicklern im Haar sei sie am frühen Abend zum „Briggelche“ geganen und „niemand hat mich erkannt.“

„Wenn ich se sou säh, schwinne mer die Sinne. Ich doun gor nit die rischtische Worte finne“, begrüßte Mundschenk Daniel Simon das Kerbmädchen pünktlich um 13 Uhr auf der Leiter. Spätestens in diesem Moment schien jegliche Aufregung verschwunden und Hillerich sprach mit klaren Worten zum Volk, bevor sie mit Simon und Kerbvadder Steffen Heß in die Kutsche stieg.

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