Taufe der rot-weißen Kerbborschte 

Süffisantes Ritual am Gailsloch

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Mit allen Wassern gewaschen: Die rot-weißen Kerbborschte wurden am Samstag im Gersprenzwasser getauft.

Gross-Zimmern - Die Kerb kann am Samstag, 23. August, beginnen. Der Wettergott war bei der Taufe barmherzig und ließ den Regen versiegen, wenngleich das trübe Wasser der Gersprenz nicht zum Bad einlud. Von Ursula Friedrich 

Mit viel Gesang ging es in die erfrischenden Fluten, wo sich der Partnerjahrgang, die rot-weißen Kerbborschte 1991/92, bereits auf die Zeremonie vorbereitet hatte. Dicht gedrängt säumte das Publikum den Uferbereich, um den relativ jungen Brauch im Kerbprotokoll mitzuerleben. Mit Bembel, Stempel, Dreizack und Kappe hatten sich die „Täufer“ gewappnet, um die Kerb-Greenhörner für das Fest zu impfen. Mit Ritterschlag (der nasse Kappe), Desinfektionsmittel (Obstbrand) und dem Taufritual (komplettes Abtunken ins Gersprenzwasser) „eichte“ das Dreigestirn der Kerb 2011 den neuen Jahrgang. Kerbmädchen Marie Weygand, Mundschenk Tobias Beysel, Kerbvadder Lukas Senk und Gefolge stempelten zu guter Letzt das Jungvolk ab. „Getauft“ prangte von der Stirn der Männer, die sich mit viel Gesang und Kameradschaftssinn so erstmals öffentlich präsentierten.

Kerbtaufe in Groß-Zimmern

Kerbtaufe in Groß-Zimmern

Mit Zimmerns Nationalhymne wurde der Heimatgemeinde gehuldigt, deren Bürger sich ab kommendem Wochende im Ausnahmezustand befinden. „Die rot-weiße Kerb wird schee!“, kündigte Martin Selmes an, Kerbborscht 1991/92. Als Träger der teuflischen roten Farbe gab er den Neuen einen Dreizack mit auf den Weg, den es während der Feiertage um jeden Preis zu verteidigen gelte, „noch mehr, als den Kerbbaum“, schmunzelte Lukas Senk. Und sollte sich ein andersfarbiger Jahrgang forsch an der Kerbbobbe vergreifen, wäre mit dem (Gummi-)Dreizack als Waffe rasch ein Mal ins Gesäß des Langfingers gestanzt.

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