Wie kommt das Weihnachtsmärchen ohne Unterstützung durch Zivis auf die Bühne?

Tarzan braucht dringend Hilfe

Auf der Bühne standen im vergangenen Jahr über 165 Darstellerinnen ab fünf Jahren. An der Eigenproduktion „Nikolaus reist durch Amerika“ waren alle Altersgrupen beteiligt. Foto (Archiv): Friedrich

Groß-Zimmern (ula) - Die Abschaffung des Zivildienstes hinterlässt in vielen sozialen und gesellschaftlichen Bereichen ihre Spuren.

Auch im Turnverein Groß-Zimmern hat der Ausfall von Zivildienstleistenden, Folge der Abschaffung der Wehrpflicht, eine Lücke hinterlassen, die schwerlich zu schließen ist.

Jeweils zwei „Zivis“ unterstützten den 2200 Mitglieder großen Verein mit rund 20 Abteilungen und großzügigen Liegenschaften, die vier Hallen, Tennisplatz und mehr umfassen. Doch diese Hilfe ist seit der Neuregelung nicht mehr vorhanden.

Nun steht mangels Mitstreitern ein Traditionsprojekt auf der Kippe: das TV-Weihnachtsmärchen.

Seit rund 40 Jahren begeistern bis zu 200 junge Darsteller in der Vorweihnachtszeit mit den TV-Inszenierungen ihre Gäste. Drei Mal wird das Märchen in der Regel für über 1000 Besuchern aufgeführt – für Kindergärten und Schulen ist der Besuch ein „Muss“. Mangels Helfer steht hinter der diesjährigen Inszenierung noch ein dickes Fragezeichen.

Eine große Herausforderung sei der Bühnenaufbau und die Bestuhlung der Georgi-Reitzel-Halle, so Judith Lamberty von der TV-Geschäftsstelle. Denn alles muss zunächst aus der Mehrzweckhalle zum TV transportiert und nachdem montags der letzte Vorhang gefallen ist wieder zurück befördert werden. Wie ist dieser Kraftakt zu stemmen ist? Die hauptverantwortlichen Trainerinnen der Märcheninszenierung, Elfriede Burger und Sonja Roskosch, haben in einer Krisensitzung mit weiteren engagierten TV-Trainerinnen ein Schreiben verfasst, das an die 1100 Kinder und Jugendlichen im Turnverein verteilt wird. Der Aufruf an alle Eltern, verbindlich ihre Hilfe zuzusagen, könnte das diesjährige Märchenprojekt retten. Während sich die Erwachsenen mit Logistik und Organisation herumplagen, fiebern die potenziellen Darsteller aus Turn-, Gerätturn-, Tanz- und Gymnastikgruppen dem Ereignis bereits entgegen. Im Vorjahr hatten sich sogar die Handballer vom Theatervirus mitreißen lassen.

Das Musical „Tarzan“ soll diesmal präsentiert werden und bietet als munteres Dschungelabenteuer eine Fülle künstlerischen Entwicklungspotentials. Am dritten Adventsonntag, 11. Dezember, sowie am Montag (12.) sind insgesamt drei Aufführungen geplant. Helfer sollten bis zum 30. September verbindlich ihre Teilnahme zusagen.

‹ Kontakt: TV-Geschäftsstelle: www.tv 1863.com, s  739424, sowie bei den jeweiligen Übungsleitern.

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