Tausend gefiederte Schönheiten

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Auf dem Arm von Opa Dieter Emig kann Tom Nelhübel die Kanarienvögel besonders gut sehen.

Groß-Zimmern (bea) ‐ „Wenn man die Augen schließt, dann fühlt man sich bei all dem Gezwitscher in den Frühling versetzt“, sagte Bürgermeister Achim Grimm zur Eröffnung der Landesverbandsschau der Vogelzüchter Rhein/Main am Samstag in der Mehrzweckhalle.

Und in der Tat, die kleinen Vögel, hauptsächlich Kanarien, riefen und sangen, was die Schnäbel hergaben. 1097 Tiere von 98 Züchtern aus dem ganzen Rhein-Main-Gebiet und darüber hinaus präsentierten ihr buntes Gefieder. 150 Gesangskanarien wetteiferten zudem noch in der Rad- und Rollsporthalle über die beste Stimme und das schönste Lied.

Zufrieden mit den Wertungen der Preisrichter war Peter Steinbeck, der Vorsitzende des Kanarien-Vogelzucht und Schutzvereins Groß-Zimmern. Es gab recht oft die Noten „Vorzüglich“ und „Hervorragend“. Die Zimmerner, die sich bei dieser Landesverbandsschau einer großen Konkurrenz stellen mussten, schnitten am besten bei der Sparte Großsittiche ab.

Susanne Kaiser erzielte hervorragende 92 Punkte mit Rosenbrustbartsittichen. Weitere Zimmerner Sieger waren mit ihren Rassen Karl-Heinz Kiendl (Rosella Mutation), Helmut Petermann (Singsittich Mutation), Jürgen Braun (Pfirsichköpfchen) und Hubert Hiemenz (Katharinasittich). Bei den Positurkanarien hatten die Züchter vom Vogelzuchtverein Münster die Nase vorn. Die beste Vereinsleistung der Schau in dieser Sparte erzieltenWilli Kreher und Helga Weber.

Frank Keckstein erhält Landesehrenbrief

Für einen ehemaligen Münsterer Züchter gab es eine große Überraschung. Bürgermeister Achim Grimm freute sich, dass mit Franz Keckstein ein Dieburger in Zimmern einen Landesehrenbrief erhielt.

Als Klettermaxe betätigt sich dieser Ziegensittich bei der Landesverbandsschau der Vogelzüchter in der Mehrzweckhalle.

Nicht nur für seine züchterischen Leistungen, sondern auch für seine Arbeit im Kreisverband vorderer Odenwald, der Interessengemeinschaft der Vogelzüchter und im Landesverband Rhein-Main wurde Keckstein von Landrat Klaus Peter Schellhaas ausgezeichnet. Zahlreiche Zimmerner besuchten die Schau, die der Kanarien- Vogelzucht und Schutzverein nun schon zum zweiten Mal in den letzten zehn Jahren äußerst professionell ausrichtete. Vor den langen Käfigreihen war so manche Fachsimpelei zu hören. Sorgen bereitet Steinbeck die Altersstruktur im Verein. „Wir haben wie viele Vereine Nachwuchssorgen. Vor drei Jahren haben Zimmerner Züchter noch 200 Vögel mehr ausgestellt“, berichtete er. Im Verein gebe es keine Jugendlichen mehr.

Statt Deutscher gleich zur Weltmeisterschaft

Schwierig sei es auch, auf ein Wochenende hin zu züchten. „Bei der Ausstellung sollen sich die Tiere von ihrer besten Seite präsentieren“, erklärte Steinbeck. „Manche Tiere bauen aber innerhalb von zwei bis drei Tagen, etwa durch die Mauser völlig ab.“ Züchter, die auf mehreren Ausstellungen vertreten sind, hätten deshalb immer mehrere Ausstellungsvögel, die auch zu unterschiedlichen Zeitpunkten eingesetzt würden.

Der Vogel, den ich heute zeige, der kommt nicht mit zur Deutschen Meisterschaft. Er darf sich erst einmal ausruhen und wird dann direkt zur Weltmeisterschaft eingesetzt“, erklärte der Zimmerner Vogelfreund das schwierige Geschäft des Züchtens.

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