Von Tempo, Reaktionszeit und Bremsweg

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Tempo 30 ist nicht ungefährlich. Das und mehr über den Straßenverkehr lernen die ASS-Schüler in praktischen Übungen.  J Foto:

Groß-Zimmern - Kein Licht, Kein Helm und waghalsige Manöver beim Überqueren der Fahrbahn. Selbst in weiterführenden Schulen können junge Verkehrsteilnehmer Autoverkehr und Gefahrensiuationen oft nicht richtig einschätzen. Von Ursula Friedrich

Um die Albert-Schweitzer-Schule (ASS) zu erreichen, müssen Kinder und Jugendliche einige stark befahrene Straßen queren. Das Training mit dem ADAC-Experten soll zur Sicherheit beitragen.

Eine Vollbremsung im Pkw, wie ein echter Stuntman? Angesichts solcher „Action“ war die Begeisterung der Gymnasialschüler (Klasse G5c) für das Verkehrssicherheitstraining riesig.

Dass dieses Manöver lediglich mit 30 Stundenkilometern durchgeführt werden sollte, dämpfte die Euphorie jedoch gleich wieder. Bis zu jenem Punkte, als ganz pragmatisch per Auto und per pedes Bremsmanöver ausprobiert wurden. Wieviel Kraft bereits hinter vermeintlich geringer Geschwindigkeit steckt und wie lang der Bremsweg eines Fahrzeugs selbst bei ruhiger Fahrt ist, verblüffte die Schüler. Ergo: Der Aufprall eines Menschen auf ein langsam fahrendes Auto kann bereits tödlich enden.

Die Aktion „Achtung Auto“ des ADAC zeigte Schülern der Albert-Schweitzer-Schule äußerst anschaulich den Zusammenhang zwischen Tempo, Reaktionszeit und Bremsweg auf.

Alle fünften und sechsten Klassen der Schule kamen in den Genuss der praxisorientierten Verkehrserziehung, die der ADAC mit Unterstützung der Firmen Michelin und Opel kostenlos anbietet. Bundesweit profitieren jährlich 170 000 Schüler von der Verkehrserziehung.

„Viele Kinder kommen mit dem Fahrrad zum Unterricht“, erzählt Adi Bittner, Klassenlehrer der G 5c. Sie befahren während der „Rush-Hour“ derzeit bei Dunkelheit stark frequentierte Straßen. Ein neuralgischer Punkt ist die Waldstraße in Höhe des Modegeschäfts Belmodi, wo die Fahrbahn gekreuzt werden muss. Auch der Anteil an Schülern aus Dieburg steige, wegen der Popularität der Gesamtschule mit G-9-Schulzweig.

„Hier wird die Anfahrt zur Schule ebenfalls oft mit dem Fahrrad gemeistert“, so Bittner.

Dass die meisten Grundschüler schon in der vierten Klasse einen Fahrrad-Führerschein ablegen sei nicht ausreichend. Vorausschauendes, richtiges Handeln zu trainieren ist selbst für ältere Jugendliche weiterführender Schulen eine wichtige Sicherheitsprophylaxe.

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