Feldversuche nahe an Wohngebiet

Tests auf dem Acker machen Anwohnern Angst

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Ibacon-Infostand beim Jahrmarkt sehr gefragt. Ansturm am Stand des Forschungsunternehmens Ibacon: Besorgte Anwohner nutzten die Begegnung mit den Biologen in der Mehrzweckhalle, um ihren Ängsten Luft zu machen.

Groß-Zimmern - Gut 40 besorgte Bürger, meist Anwohner der Ortsfeldlage im Bereich des Otzbergrings, stürmten am Sonntag den Informationsstand der Ibacon GmbH - dem Institut für Biologische Analytik und Consulting. Von Ursula Friedrich 

Bemüht, Inhalte der Arbeit vorzustellen und Ängste abzubauen, stellte sich Ibacon-Geschäftsführer Dr. Ralf Petto  mit seinen Mitarbeitern der Menge. Mit dieser Form der Öffentlichkeitsarbeit reagierte das Roßdorfer Institut auf Vorwürfe aus der Bevölkerung, die jüngsten Feldversuche in der Gemarkung seien gesundheitsgefährdend.

„Wir unterstellen Ibacon nicht, dass sie etwas gesetzeswidriges tun und Versuche machen, die nicht genehmigt sind“, sagte eine entrüstete Bürgerin. „Aber es ist unmöglich, dass die Versuchsfelder an die Bebauung und stark genutzte Feldwege grenzen und die Bevölkerung nicht informiert wird.“ Noch einmal wurden Vorwürfe laut, ein vor wenigen Wochen durchgeführter Versuch mit Pflanzenschutzmitteln habe bei zwei Passanten zu unmittelbaren körperlichen Reaktionen, Übelkeit, Schwindel und Erbrechen geführt.

Abschließende Tests vor Zulassung

„Wir tun nichts anderes als Landwirte auch. Nach einer langen Reihe intensiver Tests ist ein Feldversuch das Letzte, bevor ein Mittel zugelassen wird“, insistierten die Biologen. Das Unternehmen Ibacon, vor 20 Jahren gegründet und inzwischen mit 130 Mitarbeitern, ist nicht Hersteller, sondern abschließende Prüfinstanz neuer Präparate aus der pharmazeutischen und chemischen Industrie, die eine Zulassung erhalten sollen. Die jüngsten Umweltverträglichkeitstests mit Oxamyl-haltigem Wirkstoff haben Bürger alarmiert.

Trotz der Versicherung Dr. Pettos, die körperliche Gefährdung von Anliegern sei nicht denkbar, konnten Argwohn und Ängste bei Betroffenen nicht ausgeräumt werden. „Ein Windstoß bei diesen Tests reicht doch - und der Stoff wird weitergetragen“, so eine ältere Dame. Ihre Nachbarin stieß ins gleiche Horn: „Alles, was sie uns erzählen, kann uns die Sorgen nicht nehmen."

Weitere Versuche zu Bodenmilben und Regenwürmern

Ibacon, um Konsens bemüht, schlägt nun den Weg besserer Kommunikation ein. Alle Versuche sollen vorher angekündigt und unter anderem auf der Gemeindehomepage  publiziert werden. „Wir hoffen, dass uns das Unternehmen ernst nimmt und seine Versuche weiter weg macht“, sagte eine junge Mutter abschließend. In diesem Jahr seien noch ein Bodenmilben- sowie ein Regenwurmversuch in der Gemarkung geplant, erklärte Dr. Petto. Spätestens 2015, dies sicherte der Ibacon-Geschäftsführer zu, sollen alle Feldversuche in größere Entfernung verlagert werden.

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