Engagiertes Theater-Team

Ziegelei bleibt mit Lampenfieber erhalten

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Dorothee Lange, Peter Hammer, Michaela Utz-Jonczik und Anne Unger begeisterten das Publikum.

Groß-Zimmern - Was im wahren Leben nicht so recht funktioniert, auf der Bühne des Theaters klappt es. Den Irrungen und Wirrungen der Theatergruppe „Lampenfieber“ folgten die Zuschauer am Wochenende im Jugendzentrum voll Spannung.

Am Anfang sah es so aus, als hätte Baulöwin Heiderose Schuckert-Dingeldey (Michaela Utz-Jonczik) das beste Blatt auf der Hand, als sie die alte Ziegelei zugunsten eines Einkaufszentrums abreißen lassen will. Schlechte Karten hingegen hatte Künstler Eduard Lommel (Jürgen Federlin), der sein Atelier in dem Gebäude hat, das die Baulöwin abreißen lassen will.

Die meisten Zuschauer erwarteten wohl schon, dass auf der Bühne das denkmalgeschützte Gebäude erhalten werden könnte, aber auf welchem Wege das geschehen sollte, war unklar.

Mit viel Freude verfolgten sie die Geschichte, in der Baulöwin Schuckert-Dingeldey nicht nur mit ihrer Familie kämpft - sowohl der Sohn Emil (Peter Hammer) als auch die Schwester waren heimlich auf Seiten des Künstlers Lommel. Zum Schluss stellte sich auch noch heraus, dass Schuckert-Dingeldey gar keine Baugenehmigung hatte.

Zwölf Darsteller belebten die Bühne und erfreuten das Publikum. Da war Zöpflein (Sophia Jonczik) , die willfährige Sekretärin der Immobilienjägerin, die ihre Chefin sehr erstaunt, als sie dann doch einmal, wenn auch ganz zaghaft, aufmuckt. Und da war die Dame vom Bauamt, Monika Lindemann (Anne Unger), eigentlich befreundet mit der Baulöwin, die dem teils nicht ganz rechtmäßigen Treiben dann doch nicht nur zuschaut. Da kam ein Journalist hinzu, bei dem auch nach fünf Minuten auf der Bühne noch nicht klar war, was er vom Künstler, den er vorgab zu interviewen, wirklich wollte. War es die Knüpfung zarter Bande oder wollte er wirklich einen Artikel schreiben? Werner Wenz, im Stück nur als „ein Journalist“ genannt, hat die Rolle des Reporters gut gefallen. „Ich hatte am wenigsten Text zu lernen und bekam doch einen ganz dicken Applaus“, freute er sich nach der Aufführung.

Angereichert war das Stück noch mit Gesang von Ulrike Eckhardt, die mit voller Stimme und viel Gefühl zwischendurch immer mal wieder einen Klassiker sang. „Wonderful World“ war ihr Schlusssong, passend zu einem Stück, bei dem sich zu guter Letzt alle Verwicklungen und Streitigkeiten in Wohlgefallen auflösten, und wo sich während des Liedes zarte Bande zwischen dem Künstler und der Baulöwin zu entwickeln schienen.

Dem Publikum hat es auf jeden Fall Spaß gemacht und es gab viel Applaus, als am Ende alle Schauspieler zur obligatorischen Verbeugung auf die Bühne traten.

Auch die Ex-Gattin von Künstler Lommel, Samantha (Dorothee Lange), die - wie Regisseurin Diana Schmitt am Ende sagte, extra für dieses Theaterstück schwanger geworden sei. „Jetzt kann das Baby ja kommen“, lautete einer der letzten Sätze des Abends.

bea

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