Bei Tieren im Heu schlafen

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Ziegen, Schafe, Schweine, Hühner, Hasen, Kühe und ganz viele Gänse leben auf dem Hof von Bauer Mann.

Groß-Zimmern - (ves) „Hoffentlich beißen die nicht“, flüstert die siebenjährige Lena und geht zögerlich auf die Wiese. „Nein, die haben eher Angst vor uns“, beruhigt sie Daniel von der Kinder und Jugendförderung.

Mit Eimern voller Futter bewaffnet machen sich die rund 40 Kinder auf, um die riesige Gänseherde zu füttern.

Bauer Klaus Mann weist seine Gäste ein: „Seht ihr, wir streuen das Futter jetzt im großen Bogen aus“ und mit geübter Hand verteilt er die Körner großflächig. Die Kleinen machen es ihm voller Eifer nach. Dann versammeln sich alle am Rande der Wiese und beobachten begeistert, wie die ganze Gänseherde zum Futter eilt. Auch Lena fühlt sich jetzt sicher. „Die haben wirklich mehr Angst vor uns als wir vor ihnen“, lächelt sie.

Nach erfolgreicher Fütterung der Gänse sind die Kinder selber an der Reihe und stürzen mit knurrenden Mägen in die Scheune.

Rund 40 Kinder hatten sich am Samstagabend zum „Gänsehofübernachtungszeltlager“ auf dem Bauernhof von Klaus Mann eingefunden und freuten sich auf ihr Lager im Heu. „Wir haben das große Zelt mit Stroh aufgefüllt, damit es die Kinder warm haben“, berichtet Mann. Ein würziger Duft von Heu erfüllt das Lager und in mehreren Reihen stapeln sich Schlafsäcke. Einige Kinder haben auch eigene Zelte mitgebracht. Nach dem Abendbrot kommt das Abendrot und noch so einige Erlebnisse auf dem Hof. Neben einer Treckerfahrt steht ein Lagerfeuer auf dem Programm. „Da machen wir auch Stockbrot“, erzählt Mann. Und dann können die besonders Mutigen in der Dunkelheit noch auf Nachtwanderung gehen. „Ich hoffe, dass ich in dem großen Zelt mit so vielen anderen schlafen kann“, sagt Marcel (10) etwas verunsichert.

Kinder waren kaum zum Schlafen zu bewegen

Gar nicht so einfach ist das großflächige Ausbringen des Gänsefutters.

Am frühen Sonntag Morgen blickt man in müde aber glückliche Gesichter. „War das toll!“, schwärmt Jannik. „Allerdings konnte ich kaum schlafen, weil ich andauernd die Gänse gehört habe“. Marcel jedoch ist bereits frisch und munter. Sarah eilt ihrer Mutter entgegen und meint strahlend: „Ich fand es so schön, im Heu zu schlafen!“. Auch Konstantin ist begeistert und berichtet seinem Vater alle Einzelheiten. Zum Abschluss dürfen die Kinder dann sogar noch mit dem Trecker fahren. „Die Aktion kam wieder einmal sehr gut an und das Stockbrot war das absolute Highlight. Aber zum schlafen waren die Kinder kaum zu bewegen“, lächelt Bauer Mann. Übergangslos geht es für ihn zum Hoffest über, zu dem sich neben den abholenden Eltern auch schon die ersten Besucher einfinden. „Wir haben unser Fest diesmal etwas kleiner ausfallen lassen“, erklärt Mann. Trotzdem bietet sich den Besuchern neben leckerer Verpflegung aus eigener Produktion des Freilandhofes, geschmackvoll auf dem Holzofengrill zubereitet, ein buntes Programm.

Wolfgang Rupp, Schreiner aus Griesheim, bastelt mit den Kleinen, die Kinder- und Jugendförderung bietet Spiele und Unterhaltung an und Schäferin Diana Hohmann aus Erzhausen spinnt - natürlich echte Wolle. Nebendran informieren Bodo und Kerstin Wernicke vom Verein „Little Stars“ über Patenschaften und Hilfsprojekte in Nepal.

Ich kaufe hier gerne Marmelade“, sagt Anna Klemens, die regelmäßig kommt, und zeigt ihre erstandenen Gläser. „Außerdem spare ich mir das kochen, denn wir essen hier mit der Familie. Außerdem freuen sich meine Kinder immer, wenn sie mal Einblick in das Leben auf dem Bauernhof bekommen“, berichtet sie und deutet auf den Stall, wo ihr Nachwuchs staunend vor den Schweinen steht.

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