Neuer Platz macht’s möglich: Bald S-Springen im Freien beim Reit- und Fahrverein

Tonnenweise Quarzsand

Schwarze Eleganz: Zur Einweihung des neuen Reitplatzes testeten die Friesen Ole und Edoras die Bodenverhältnisse.

Groß-Zimmern J .  Es war ein gigantischer Kraftakt, nicht nur finanziell. An jedem Samstag seit September krempelten die Reiter die Ärmel hoch, um den neuen Außenplatz anzulegen. Von Ursula Friedrich

Mit kleinem Programm, viel guter Laune und leckerer Bewirtung feierten die Helfer am Samstag die Fertigstellung des Allwetterplatzes im rückwärtigen Bereich von Hallen und Stallungen des Reit- und Fahrvereins.

„Wir hatten gute Beziehungen und das meiste wurde in Eigenhilfe gestemmt“, brachte Vereinschefin Petra Krauß den Einsatz auf den Punkt. Rund 100 000 Euro investierte der Verein in Material. Mindestens ebenso groß war der wirtschaftliche Wert der ehrenamtlichen Bautrupps. Nicht kleckern, sondern klotzen war auch bei diesem Projekt die Maxime – wie bei so vielen Vorhaben der Reitsportfreunde. Ende August wurde das ehrgeizige Projekt vorgestellt: Der rund 40 Jahre alte Außenplatz sollte zu Gunsten eines modernen Allwetterplatzes verschwinden und das Außenterrain in diesem Zug neu angelegt werden.

Ein Bauausschuss ging in die Detailplanung, im September fiel der Startschuss. Die komplette alte Umrandung sei entfernt worden, die Beregnungsanlage ausgebuddelt, Tannen und Pappeln seien gefällt, Hecken umgesiedelt worden, ein Flutlichtmast wurde abgebaut, erläuterte Petra Krauß einzelne Arbeitsschritte. Auf dem 90 mal 50 Meter neuen Außenplatz drehte inzwischen Walter Pullmann vor begeistertem Publikum seine Runden – auf dem Rücken von Stute Hella, ein übermütiges Fohlen bei Fuß. Dem Pullmannschen Ritt folgte die Voltigiergruppe des blauen Steinhofs aus Rossdorf, mit einer turnerischen Darbietung.

Zwei schicke Friesen setzten anschließend elegant ihre tellergroßen Hufe in das feinsandige Geläuf. Sie zeigten ihre Rasse, typvolle Multitalente: Ob über dem Sprung, mit klassischen Dressurlektionen an der Hand sowie unter dem Reiter, Ole und Edoras, vorgestellt von Yvonne Schlimmer und Marion Goos, präsentierten sich eindrucksvoll. Als die Rösser sich auf Kommando in den kühlen Quarzsand legten, war der Außenplatz endgültig eingeweiht.

„Ein diffizieles Entwässerungssystem sowie der Drei-Schicht-Aufbau mit Trag-, Trenn- und Tretschicht machen den Platz sogar im Winter bei Minusgraden nutzbar“, sagte Jörg Laux vom Vorstand. 300 Lkw-Fuhren waren für die unteren Schichten angekarrt worden, der abschließende Belag schlägt noch einmal mit 850 Tonnen Quarzsand zu Buche. Besonderen Dank richtete Laux noch einmal an die Sponsoren des ehrgeizigen Vorhabens: Stefan Pullmann hatte die erforderlichen landwirtschaftlichen sowie Baumaschinen kostenlos zur Verfügung gestellt. Und die 20 Linden der Familie Christ wurden liebevoll eingepflanzt, um in späteren Jahren mit mächtigen Kronen Reitern und Pferden Schatten zu spenden.

Wenn Anfang August das große Dressur- und Springturnier veranstaltet wird, können die Zimmerner ihrem Publikum professionelle Verhältnisse bieten.

Der neue Platz macht es möglich, erstmals ein S-Springen im Freien zu veranstalten – dies dürfte Höhepunkt des mehrtägigen Turniers sein, zu dem wieder Gäste aus ganz Hessen und angrenzenden Bundesländern erwartet werden.

Weil der Verein auch umsichtig plant, wurden die Vorarbeiten für weitere Neuerungen ebenfalls getroffen.

Bis zum weiter entfernten Springplatz wurden Lehrrohre verlegt, die eine technische Anbindung des Dressurareals für Telefon, PC und mehr schaffen sollen.

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