Schutz vor Wildschweinen / Projekt von Hessenforst, Nabu und Waldschule

Traumland für Hirschkäferlarven

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Am Ende eines engagierten Arbeitseinsatzes haben die Helfer im Zimmerner Wald gut lachen. Sie freuen sich über das geschaffene Biotop, das künftig Hirschkäferlarven fünf bis acht Jahre als Unterschlupf dienen soll.

Groß-Zimmern (sr) ‐ Eigentlich sieht Förster Martin Starke Autos gar nicht so gern im Zimmerner Wald. Über die Ansammlung an der Langen Schneise sieht er an diesem Tag allerdings großzügig hinweg, da die Forbewegungsmittel den Helfern gehören, die am Rand der Schneise ein „Shangri La“ für Hirschkäferlarven errichten.

„Wiege“ haben der Förster und Claudia Wiedling von der Waldschule das Bauwerk genannt und damit im Vorfeld für Missverständnisse gesorgt, „denn da wollte tatsächlich jemand Tischlerwerkzeug mitbringen“, erzählt Starke amüsiert. Allenfalls eine Säge wäre wohl angebracht gewesen bei dem Vorhaben, den „Kindern“ der größten in deutschen Wäldern lebenden Käfer eine wildschweinsichere Kinderstube zu schaffen. Dazu haben die rund 24 Helfer dieses Einsatzes an zwei Stellen den Boden ausgehoben, Stamm- und Scheitholz in die Grube gestellt, die Zwischenräume mit Holzschnitzeln und Erde aufgefüllt, die herausragenden Teile mit Scheitholz eingefasst und das Ganze mit Holzhackschnitzeln abgedeckt. Zwei weitere Standorte sollen noch hinzu kommen.

Damit man weiß, was das ist, steht jetzt am Rand ein Gabel-Ast, und Wiedling fügt mit einer jungen Helferin ein Stück Borke ein, in das „Hirschkäferwiege“ geschnitten ist. Die junge Helferin hat auch schon mal einen leibhaftigen Hischkäfer getroffen, allerdings ein Anschauungsobjekt im Schulunterricht.

In freier Wildbahn sind die großen Käfer sehr selten geworden, Da gilt es, die Brut vorm Fressfeind Wildschwein zu bewahren, dem die Larven als Delikatesse gelten.

Das Wiegenprojekt steht im Zusammenhang mit einem übergeordneten Unterfangen, dem Erhalt der Artenvielfalt im Messeler Hügelland, das sich das Land Hessen ziemlich viel Geld kosten lässt.

Fünf bis acht Jahre verbringt eine Hirschkäferlarve in ihrer unterirdischen Kinderstube, verborgen von der Welt, bis dann der Käfer schlüpft, dessen nur wenige Monate währendes Leben vor allem von Fortpflanzung bestimmt ist.

Und damit geht die Geschichte dann gleich wieder von vorne los.

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