Trost-Pflaster für Menschen mit Handicap

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Nachdem die Verbindung über die Gersprenz zwischen Groß- und Klein-Zimmern in den Vorjahren wegen Brückenbauarbeiten wiederholt gesperrt war, wird der Verkehr nun wegen Kanalarbeiten umgeleitet.

Groß-Zimmern ‐ Seit März wird in der Lebrechtstraße gebaggert und gebaut. Kanal und Wasserleitungen wurden erneuert, informiert wurden die Bürger und die eigens gegründete Interessengemeinschaft im Januar auf einer Anliegerversammlung. Von Gudrun Fritsch

Bei der Sitzung des Planungsausschusses am Montag ging es nun um den weiteren Ausbau der Lebrechtstraße. „Leider ist ab Ende November eine Vollsperrung der Straße nach Klein-Zimmern unumgänglich“, erklärte Bürgermeister Achim Grimm. Intensiv habe man nach Lösungen gesucht, eine einseitige Sperrung kalkuliert, doch wegen der Kanalbauarbeiten an der Einmündung der Klein-Zimmerner-Straße müsse die Gersprenzbrücke für zwei bis drei Wochen komplett gesperrt werden, erklärte der Rathauschef.

Versetztes Parken soll erlaubt sein

Planer Michael Reitzel erläuterte den weiteren Straßenausbau. In der Lebrechtstraße soll versetztes Parken an markierten Stellen erlaubt sein. Demnächst werden die Kreuzungen mit der Angelstraße, der Biergasse und dem Stichweg „Am Heckengarten“ fertig gestellt. Ganz einig sei man sich hinsichtlich des Pflasters zwar nicht geworden, aber es sei ein guter Konsens gefunden worden. 1,50 Meter breite Gehwege sollen als Flachbordsteine mit einem Überstand von 3,5 Zentimetern angelegt werden - ähnlich wie bereits in der Wilhelm-Liebknecht-Straße und im Hörnertweg.

Für Menschen mit Rollator ist auch das noch ein großes Handicap“, meinte Kurt Werdecker (FDP). Erich Keller (GRÜNE) wollte wissen, ob diese Wegführung auch für Sehbehinderte ertastbar sei.

Allen könnte man bei dem Ausbau nicht gerecht werden, wandte Reitzel ein und zitierte Anlieger, die - wohl zum Schutz vor parkenden Autos - am liebsten 15 Zentimeter hohe, scharfkantige Bordsteine hätten. Schließlich war man sich einig, dass der gefundene Kompromiss die beste Lösung für alle darstelle.

Ausbau der Lebrechtstraße kostet 450 000 Euro

Die Ausbaukosten der Lebrechtstraße belaufen sich auf 450 000 und für den Weg am Heckengarten auf 50 000 Euro. Insgesamt 60 000 Euro stehen hierfür im Haushalt 2009 zur Verfügung. Die restlichen 440 000 Euro sollen im Haushalt 2010 bereit gestellt werden. Die Gemeindevertretung wird am Dienstag ab 19.30 Uhr im Rathaus abschließend über den Ausbau entscheiden.

Bezüglich des Konzeptes zur Bebauung des ehemaligen Ziegeleigeländes in der Darmstädter Straße lagen ausführliche Fragenkataloge von SPD und Grünen vor (wir haben berichtet), die auch die Gesamtsituation der Neubaugebiete und gewerblich genutzter Flächen in der Gemeinde betreffen.

Um für deren Beantwortung nicht zusätzlich Geld ausgeben zu müssen, war man sich einig, dass die Gemeinde überall dort, wo es möglich ist, selber Antworten geben sollte. Werdecker bot zudem an, er habe 2003 ein Projekt zum Bebauungsstand in Groß-Zimmern erarbeiten lassen, hierauf könnte man zurückgreifen. Auch sei davon auszugehen, dass die Immobiliengruppe Frankfurt über Untersuchungen verfüge. „Eigentlich machen wir so ja die Arbeit des Insolvenzverwalters“, kritisierte Keller. Bis einige der Antworten gefunden sind, soll die Bebauung des Ziegeleigeländes weiterhin in den Fraktionen beraten werden.

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