„Was der Käufer will, ist Privatsache“

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Der Verkauf für das Rüb-West ist vorerst vertagt.

Groß-Zimmern (guf) ‐ Immer mehr zur „Ziehgelei“ wird der Städtebauliche Vertrag für die „Alte Ziegelei“. Nachdem der Gemeindevorstand diesen bereits in der Septembersitzung wieder von der Tagesordnung genommen hat (wir haben berichtet), scheitert nun wohl auch der Anlauf, das Regelwerk im November festzuklopfen.

Normalerweise legt der Gemeindevorstand einen Vertrag vor, über den abgestimmt werden kann“, kritisierte der SPD-Bürgermeisterkandidat Stefan Fröhlich am Montag in der Sitzung des Planungs- und Umweltausschusses (PU). „Gerade weil der Vertrag enorm wichtig ist, müssen wir ihn wasserfest machen“, betonte die Grünen-Vorsitzende und ebenfalls Bürgermeisterkandidatin Marianne Streicher-Eickhoff. Auch sie bemängelte, dass der Gemeindevorstand den Vertragsentwurf des Kaufinteressenten Früchtenicht aus Babenhausen, ohne eigene Positionen einzuflechten, unverändert übernommen habe.

Zwar waren die Fraktionsvorsitzenden vor der Sitzung am Montag zur Beratung mit den Planern eingeladen, das jedoch viel zu kurzfristig, fanden die meisten von ihnen, die diesen Termin nicht wahrnehmen konnten.

Diskussion zur "Alten Ziegelei"

Untern anderem hierzu tagt die Gemeindevertretung am Dienstag, 9. November, um 19.30 Uhr im Rathaus.

Wer nicht da war, erhält ein Protokoll und es können auch noch weitere Einwände eingearbeitet werden“, versuchte Bürgermeister Achim Grimm, der sein Amt in der nächsten Legislaturperiode weiterführen will, zu beschwichtigen. Da der überarbeitete Vertragsentwurf unmöglich bis zur Gemeindevertretersitzung am Dienstag fertig sein wird, wurde er bereits im PU ein weiteres Mal zurückgestellt.

Um die Dezembersitzung, in der es wohl hauptsächlich um den Haushalt gehen wird, nicht allzu lang werden zu lassen, diskutierten und entschieden die PU-Mitglieder allerdings bereits jetzt über die 30 Seiten umfassenden Anregungen und Stellungnahmen zum Bebauungsplan „Alte Ziegelei“.

Erweiterungsbedarf des Bauhofs prüfen

Unterschiedlicher Auffassung waren die Parteienvertreter auch hinsichtlich des Verkaufs einer Teilfläche des ehemaligen „Rüb-West“ in der Justus-Liebig-Straße. Die Firma Unterleider, die hier bereits Material lagert, hat Interesse am Ankauf des Geländes. Wiederholt wurde über den Antrag zuvor beraten (wir haben berichtet). In der Septembersitzung kritisierte Kurt Werdecker (FDP), dass die angegebene Größe nicht stimme. Nach Neuberechnung handelt es sich um eine Gesamtfläche von 4 407 Quadratmetern. Die für die Firma Unterleider vorgesehene Verkaufsfläche hat 2 820, die für die Zufahrt der Firma Union-Pack 134 Quadratmeter. Der Bauhof hat zudem Erweiterungsbedarf gemeldet.

Da der Käufer das Grundstück nur als Lagerplatz nutzen wolle und sich auf dem Gelände diverse Bauwerke und -reste befänden, es zudem teilweise von nicht überbaubaren Kanälen durchquert wird, hielt der Gemeindevorstand in seinem Beschlussvorschlag einen Kaufpreis von 35 Euro pro Quadratmeter für angebracht.

Mehrheit für Änderungsbeschluss

Es gibt hier einen Bebauungsplan und die Bodenrichtwertkarte weist 110 Euro aus“, widersprach Werdecker. „Was der Käufer dort machen will, ist Privatsache“, kritisierte auch Streicher-Eickhoff.

Mehrheitlich stimmten die PU-Mitglieder für einen Änderungsbeschluss. Demnach soll der Verkauf zurückgestellt werden, bis ein Gutachterausschuss den Wert ermittelt hat. Außerdem soll der Bauhof ein Nutzungskonzept vorlegen.

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