Über diese Rampe kann man rollen

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Versuchskaninchen Markus testet die Rampe gestützt von Ausbilder Michael Klasek und Leiter Markus Pelz (rechts).

Klein-Zimmern - Menschen mit Handicap haben seit neustem über eine Rampe einen guten Zugang zur Sporthalle des St. Josefshauses. Von Ursula Friedrich

Drei angehende Garten- und Landschaftsbauer mauerten den neuen Zugang mit Unterstützung ihres Ausbilders Michael Klasek, um gehbinderten Bürgern den barrierefreien Zugang zu ermöglichen.

„Wir möchten eine gute Nachbarschaft miteinander leben“, sagte Markus Pelz, seit August dieses Jahres Leiter des St. Josephshauses, bei der feierlichen Eröffnung der neuen Rollstuhlfahrerrampe.

Die Sporthalle ist ein Synonym dieser Nachbarschaft. Das Gebäude gehört zum Besitz des Josephshauses, wird jedoch ebenso von Vereinen, Grundschule, Kirchengemeinden, kurzum Bürgern Klein- und Groß-Zimmerns genutzt. Ein Rollstuhlfahrer aus Klein-Zimmern, der hier regelmäßig trainiert, gab den Ausschlag zum Umbau des Hallenzugangs.

Grundstein für soziales Handeln

Florian Petter, Melanie Roth und Mohammad Loqmann, die drei jugendlichen Lehrlinge der Ausbildungswerkstatt des Josephs-Hauses für Garten- und Landschaftsbauer, präsentierten hier ihr handwerkliches Geschick. Der frühere Zugang mit mächtiger Stufe wurde abgerissen, eine sanft ansteigende Rampe gemauert. Ausbilder Klasek hat mit diesem Bauprojekt seine Schützlinge nicht nur handwerklich gefordert, sondern einen weiteren Grundstein für soziales Handeln junger Menschen gelegt.

Ohne „Barrieren“ haben nun auch Menschen mit Handicap Zugang zur Halle. Barrierefrei, ist für Markus Pelz auch im abstrakten Sinn das Stichwort des sozialen Miteinanders. „Wir gehören seit 150 Jahren zu Klein-Zimmern“, so der Leiter der Einrichtung, der in vielen Köpfen noch immer der Ruf als „Knabenerziehungsanstalt“ anhaftet. Die Öffnung des Hauses nach außen, etwa der Weihnachtsbaumverkauf vor wenigen Tagen, sind Maßnahmen, solche „Mauern“ in den Köpfen einzureißen.

Das St. Josephshaus und seine Bewohner haben ihr Plädoyer für barrierefreie Nachbarschaft mit einer sozialen Geste, dem Bau der Rollstuhlfahrerrampe, einmal mehr unterstrichen. Markus Pelz: „Wir sind Teil der dörflichen Kultur.“

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