Über 42 Jahre hinterm Tresen der „Grünen Au“

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Grete und Friedrich Schreiber feiern heute ihre Diamantene Hochzeit.

Groß-Zimmern (bea) ‐ „Wir machen uns noch schöne Tage“, sagt Friedrich Schreiber und lacht. Fritz wird er eigentlich genannt, viele kennen ihn als den Au-Fritz und zusammen mit seiner Grete feiert er heute seine Diamantene.

Eine Blitzhochzeit haben die beiden vor 60 Jahren gefeiert. 1949 kehrte der junge Friedrich kurz vor Weihnachten aus der Kriegsgefangenschaft heim. Bei seiner Schwester, die in Habitzheim eine Näherei führte, lernte er die Gastwirtstochter Grete kennen und schon im Februar 1950 wurde geheiratet.

Das junge Paar wohnte dann in Groß-Zimmern, zusammen mit den Eltern und der Schwester der diamantenen Hochzeiterin über der Gaststätte „Zur Grünen Au“ in der Dieburger Straße. Und da halfen alle kräftig mit, auch der frisch gebackene Ehemann. Von Beruf Weißbinder und zunächst bei verschiedenen Firmen beschäftigt bis er zu Merck wechselte, packte der Au-Fritz abends kräftig mit an.

Weiterführung der Gastwirtschaft

Als die Schwiegereltern in den Ruhestand gingen, führten Grete und Fritz Schreiber die Gastwirtschaft mit Unterstützung der Schwester weiter. 42 Jahre lang standen sie jeden Abend in der Küche und hinterm Tresen. „Als wir 70 wurden, haben wir gedacht, jetzt reichts “, erzählt der diamantene Jubilar.

Viele Jahrgänge kehrten in der „Grünen Au“ ein, auch Geburtstage oder Jubiläen wurden in der Dieburger Straße gern gefeiert. Zum Au-Club gehörte natürlich auch der Jubilar. Immer mittwochs wurde hier Skat gespielt.

„Ich mach´den Johann hier“

Und weil die Frauen auch etwas zu tun haben wollten, gründeten sie eine Damen-Rommee-Runde. Den „Zwiebelclub“ der Frauen gibt es heute noch. „Früher trafen sich einige Frauen aus der Nachbarschaft zum gemeinsamen Kochen und Feiern“, erzählt Grete Schreiber. Heute sind es nur noch vier und wenn das Wetter schön ist, feiern die Damen in einem Restaurant.

Den Haushalt erledigt inzwischen hauptsächlich Fritz. „Ich mach den Johann hier“, sagt der Jubilar und grinst.

Er ist fürs Saugen, Putzen und Wischen zuständig, Grete kocht weiterhin. Sie ist nicht mehr gut zu Fuß und freut sich deshalb über die tatkräftige Unterstützung ihres Gatten.

Sohn teilt sich das Wohngrundstück mit seinen Eltern

Sohn Hans wohnt zusammen mit Schwiegertochter Christel auf dem selben Grundstück im Haus hintendran. Auch die beiden Enkelkinder, Miriam und Ann-Kathrin, freuen sich mit den beiden Jubilaren und feiern heute mit den Großeltern.

Bei einem „Tag des offenen Hauses“ emfangen die Jubilare ihre Gäste und sind gespannt, wer alles von den ehemaligen Gästen der „Grünen Au“ vorbeischaut.

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